Genau

Begrüßung und Verabschiedung

Begrüßung und Verabschiedung

Begrüßung und Verabschiedung sind die Ausdrücke für „Hallo“ und „Tschüss“ im Alltag: Hallo! Ich heiße… Tschüss!

„Guten Tag, ich heiße Ali.“ – richtig, aber ein bisschen kalt. Zuerst kommt der Gruß, dann der Name, und du musst dich zwischen Sie und du entscheiden.

01

Jetzt: grüßen

Zwei Personen begrüßen sich an der Tür

KurzregelAuch wenn du den Rest der Seite nicht liest: Hallo und Tschüss passen in fast jeder Situation. Alles andere ist Feinarbeit.

In diesem Abschnitt grüßen wir nur. Nach dem Befinden fragen und sich verabschieden kommen weiter unten in eigenen Abschnitten. Mische das nicht.

  • Hallo Jede Uhrzeit · überall · nie unhöflich
  • Guten Morgen Morgens · bis etwa 11:00 Uhr
  • Guten Tag Tagsüber · förmlich
  • Guten Abend Abends · ab etwa 18:00 Uhr
  • Gute Nacht Beim Schlafengehen – KEIN Gruß

Wenn du unsicher bist, sag Hallo. Ein Guten Morgen zur falschen Uhrzeit fällt auf, ein Hallo nie.

02

Welcher Gruß zu welcher Uhrzeit

Der Tag ist ein Kreis. Vier Abschnitte, vier Grüße. Die Markierung steht bei deiner aktuellen Uhrzeit und zeigt, was du jetzt sagst. Lerne die Regel nicht auswendig, schau auf die Uhr.

UhrzeitGrußWann
05:00 – 11:00Guten MorgenMorgengruß
11:00 – 18:00Guten TagGruß am Tag
18:00 – 22:00Guten AbendGruß am Abend
22:00 – 05:00Gute NachtAbschied vor dem Schlafen

Dreh einmal eine ganze Runde und sieh alle vier nacheinander.

Die Grenzen sind nicht scharf, niemand schaut genau auf die Uhr. Gute Nacht ist aber kein Gruß wie die anderen drei: Du sagst es beim Gehen und beim Schlafengehen.

03

Jetzt: du oder Sie

Im Deutschen gibt es zwei Formen für „du“: eine vertraute und eine förmliche. Die falsche Wahl klingt entweder zu vertraut oder zu distanziert. Beides fällt auf.

du – vertrautSie – förmlich
WerFreunde · Familie · Kinder · Gleichaltrigefremde Erwachsene · Beamte · Ärzte · Chefs
Nach dem Namen fragenWie heißt du?Wie heißen Sie?
Nach dem Befinden fragenWie geht’s?Wie geht es Ihnen?
Schreibungkleinimmer großes S

Die Regel passt in einen Satz: Im Zweifel Sie. Zu förmlich stört niemanden, zu vertraut schon. Wenn die andere Person will, sagt sie: «Wir können uns duzen». Dann wechselst du zu „du“.

— Wir können uns gerne duzen. Ich bin Markus.

Heute sagt man in Tech-Firmen, in internationalen Büros und im Fitnessstudio oft von Anfang an du. In traditionellen Institutionen ist Sie aber immer noch Standard.

04

Jetzt: den Namen sagen

Alle drei Sätze sind richtig und alltäglich. Der Unterschied liegt im Ton.

  • Ich heiße Elif. Am häufigsten · überall
  • Ich bin Elif. Am kürzesten · am lockersten
  • Mein Name ist Elif Kaya. Förmlich · voller Name

heißen ist unregelmäßig: Der Stamm endet auf -ß, deshalb bekommt die du-Form nur ein -t: ich heiße · du heißt · er heißt · wir heißen. du heißst gibt es nicht.

  • Ich komme aus der Türkei.
  • Ich wohne in Berlin.
  • Ich spreche Türkisch und ein bisschen Deutsch.
  • Ich bin Lehrerin. (Bei Berufen steht kein Artikel.)
05

Jetzt: nach dem Befinden fragen

Im Deutschen ist diese Frage keine leere Höflichkeit. Man erwartet eine echte Antwort. Sag etwas, auch wenn es kurz ist, und frag dann zurück.

  • Wie geht’s? Vertraut · am häufigsten
  • Wie geht es Ihnen? Förmlich
  • Gut, danke. Und dir? Die häufigste Antwort
  • Sehr gut, danke! Fröhlich
  • Es geht. Neutral
  • Nicht so gut. Ehrlich

Vergiss die Rückfrage nicht: Und dir? im vertrauten Gespräch, Und Ihnen? im förmlichen. Ohne Rückfrage klingst du kalt.

06

Jetzt: der Moment des Kennenlernens

Wenn beide ihren Namen gesagt haben, beendest du die Vorstellung mit einem dieser Sätze. Meistens reicht ein kurzer Satz.

  • Freut mich! Am kürzesten · am häufigsten
  • Sehr angenehm. Förmlich
  • Schön, dich kennenzulernen. Vertraut

Freut mich! ist die Kurzform von Es freut mich, Sie kennenzulernen. Im Alltag hört man die lange Form kaum, man nimmt die kurze.

— Ich heiße Lukas. Und Sie?

— Ich bin Ayşe. Freut mich!

07

Jetzt: sich verabschieden

Es funktioniert wie beim Gruß: Einer passt überall, die anderen je nach Situation.

  • Tschüss! Vertraut · am häufigsten
  • Auf Wiedersehen! Förmlich · von Angesicht zu Angesicht
  • Auf Wiederhören! Nur am TELEFON
  • Bis später! Wenn ihr euch am selben Tag wiederseht
  • Bis morgen! Arbeit · Schule
  • Schönen Tag noch! Beim Gehen · sehr häufig

Das Wort Bis bedeutet „bis zu einem Zeitpunkt“ und ist beim Abschied sehr nützlich. Du kannst eigene Sätze bilden: Bis Montag, Bis nächste Woche.

08

Regionale Grüße

Wundere dich nicht, wenn du sie hörst. Du musst nicht genauso antworten: Hallo ist in jeder Region die richtige Antwort.

  • Servus Bayern · Österreich · Gruß und Abschied
  • Grüß Gott Süddeutschland · Österreich · förmlich
  • Moin Norddeutschland · zu jeder Tageszeit
  • Grüezi Schweiz

Manche dieser Grüße haben einen religiösen Ursprung. Grüß Gott kommt zum Beispiel von Grüß dich Gott („Gott segne dich“), ist heute aber eine ganz normale Höflichkeitsformel.

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Jetzt: schriftlich grüßen

Das gesprochene Hallo reicht in einem Text oft nicht. Anrede und Schluss wählst du als Paar: Wenn du förmlich anfängst, endest du auch förmlich.

SituationAnredeSchluss
Du kennst den Namen nichtSehr geehrte Damen und Herren,Mit freundlichen Grüßen
Du kennst den Namen · förmlichSehr geehrte Frau Weber,
Sehr geehrter Herr Weber,
Mit freundlichen Grüßen
Kollege · BekannteHallo Frau Weber,Viele Grüße · Beste Grüße
Freund · FamilieLiebe Elif, · Lieber Mehmet,Liebe Grüße · LG

Nach der Anrede steht ein Komma, und die nächste Zeile beginnt klein: Sehr geehrte Frau Weber,
ich schreibe Ihnen wegen…
Das ist im Deutschen Standard.

Der häufigste Fehler in Briefen: Bei Männern steht in der Anrede ein -r (Sehr geehrter Herr), bei Frauen nicht (Sehr geehrte Frau).

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Vier echte Dialoge

1 · Morgens im Büro – förmlich

— Guten Morgen, Frau Weber!

— Guten Morgen! Wie geht es Ihnen?

— Danke, gut. Und Ihnen?

2 · Mit einem Freund auf der Straße – vertraut

— Hey! Wie geht’s?

— Ganz gut. Und dir?

— Müde, ehrlich gesagt. Bis später!

3 · An der Kasse – in Deutschland grüßt die Kassiererin zuerst

— Hallo!

→ Antworte auch, sei nicht still.

— Zusammen oder getrennt?

— Danke, schönen Tag noch!

4 · Am Telefon – in Deutschland nennt man beim Abheben den NACHNAMEN

— Weber.

→ nicht „Hallo“, sondern der Nachname

— Guten Tag, hier ist Elif Kaya.

— Auf Wiederhören!

11

Fallen

FALLE 01

Sie kleinschreiben

Das förmliche „Sie“ schreibst du Sie immer mit großem S – auch mitten im Satz. Ein kleines sie bedeutet „sie (eine Frau)“ oder „sie (mehrere Personen)“.

Wie heißen Sie?

Wie heißen sie?

→ ein anderer Satz: Frage nach mehreren anderen Personen

FALLE 02

Beim Beruf „ein“ sagen

Ich bin ein Student.

→ Artikel zu viel

Ich bin Student.

FALLE 03

Mit „Gute Nacht“ grüßen

Gute Nacht heißt: „Schlaf gut.“ Es ist ein Abschied vor dem Schlafen, kein Gruß. Wenn abends jemand kommt, sagst du Guten Abend.

FALLE 04

Den Artikel beim Land weglassen

Ich komme aus Türkei.

→ Artikel fehlt

Ich komme aus der Türkei.

Die meisten Länder haben keinen Artikel (aus Deutschland). Nur wenige haben einen: die Türkei · die Schweiz · die USA · der Iran.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Wie ___ Sie?

    Antwort zeigen

    heißen. Bei der förmlichen Anrede (Sie) hat das Verb die Infinitivendung -en.

  • Am Morgen sagt man zur Begrüßung „Gute Nacht“.

    Antwort zeigen

    Falsch. Gute Nacht ist keine Begrüßung, sondern ein Abschied oder ein Wunsch vor dem Schlafen. Am Morgen sagt man Guten Morgen.

  • — Wie geht’s? — Gut, danke. ___

    Antwort zeigen

    Und dir? Die Frage war vertraut, also ist auch die Antwort vertraut und steht im Dativ. Die förmliche Form ist Und Ihnen?

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Häufige Fragen

In Deutschland grüßt man in vielen Situationen: beim Betreten eines kleinen Ladens, im Wartezimmer beim Arzt, sogar im Aufzug. Wer nicht grüßt, fällt auf.

  • Ist „Hallo“ unhöflich? Nein. Man sagt es im Supermarkt genauso wie im Büro. Unhöflich ist, gar nicht zu grüßen.
  • Muss ich an der Kasse grüßen? Es ist keine Pflicht, aber man erwartet es. Ohne Gruß wirkt es kalt.
  • Passt „Tschüss“ an förmlichen Orten? Heute meistens ja. In einer sehr förmlichen Institution ist Auf Wiedersehen sicherer.
  • Darf ich „du“ sagen, wenn mein Gegenüber „du“ sagt? Ja, das gilt für beide. Das Angebot macht meistens die ältere Person oder die Person mit der höheren Position.
  • Was mache ich, wenn ich „Servus“ höre? Sag Hallo. Niemand erwartet, dass du einen regionalen Gruß nachmachst.

Beim Gruß gibt man sich im Beruf und in förmlichen Situationen oft die Hand. Unter Freunden erwartet man das nicht. Wenn jemand dir die Hand gibt, gib deine auch. Du musst nicht anfangen.

13Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Der Gruß richtet sich nach der Uhrzeit

    Guten Morgen (morgens) · Guten Tag (tagsüber) · Guten Abend (abends). Gute Nacht ist kein Gruß, sondern der Abschied vor dem Schlafen.

    Guten Morgen!

  2. Der Abschied richtet sich nach dem Kanal

    Von Angesicht zu Angesicht Auf Wiedersehen, am Telefon Auf Wiederhören, vertraut Tschüss, bald Bis bald.

    Bis morgen!

  3. Kennenlernen in drei Schritten

    Wie heißen Sie? — Ich heiße … — Freut mich! Herkunft: Woher kommen Sie? — Ich komme aus der Türkei.

    Freut mich!

  4. Auch die Rückfrage ändert sich

    Wie geht es Ihnen? (förmlich) ↔ Wie geht's? — Und dir? (vertraut). Wähle die Form passend zur anderen Person.

    Gut, danke. Und dir?

  • Am Morgen: Gute Nacht!

    Guten Morgen!

    Gute Nacht sagt man nur beim Schlafengehen.

  • Zum Beamten: Wie heißt du?

    Wie heißen Sie?

    Zu Fremden sagt man Sie. Das ist eine Höflichkeitsregel.

  • Am Telefon: Auf Wiedersehen!

    Auf Wiederhören!

    Du siehst die Person nicht, du hörst sie.

  • du heißst

    du heißt

    Endet der Stamm auf einen s-Laut, fällt das s der Endung weg.

1309:30

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Es ist 9 Uhr morgens. Du siehst im Büro deinen Chef.

Guten Morgen. Morgens bis etwa 11:00 Uhr. Gute Nacht sagt man beim Schlafengehen.

Du fragst einen Beamten, den du nicht kennst, nach dem Namen.

Wie heißen Sie? Bei der förmlichen Anrede bekommt das Verb -en, und Sie schreibt man groß.

Welche Form ist falsch?

du heißst. Der Stamm endet auf -ß, deshalb kommt nur ein -t dazu.

Du sagst, aus welchem Land du kommst (die Türkei).

aus der Türkei. die Türkei hat einen Artikel; aus verlangt den Dativ.

— Wie geht’s? — Gut, danke.

Und dir? Die Frage war vertraut, also ist auch die Antwort vertraut und steht im Dativ. Die förmliche Form ist Und Ihnen?

Du beendest ein Telefongespräch.

Auf Wiederhören. „Bis wir uns wieder hören“ – am Telefon. Wiedersehen ist für das Treffen von Angesicht zu Angesicht.
+7 Thema abschließen: ganzer Test 13 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

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Arbeitsblatt

Begrüßung – Taschenkarte

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