Genau

Akkusativ & Dativ

Akkusativ und Dativ

Akkusativ und Dativ sind die zwei wichtigsten Fälle für Objekte: Das Verb oder die Präposition entscheidet, ob es „den Ball“ oder „dem Kind“ heißt.

„Dem Mann“ oder „den Mann“? Das Verb oder die Präposition entscheidet. Im Deutschen zeigt der Artikel den Fall – und ein einziger Buchstabe macht den Unterschied.

01

Ein Buchstabe, zwei Fälle

KurzregelDer Akkusativ verändert nur eine einzige Zelle: der → den. Feminin, Neutrum und Plural bleiben gleich. Der Dativ verändert dagegen alle vier.

Den Unterschied zwischen „den Mann sehen“ und „dem Mann helfen“ machst du im Alltag längst richtig. Niemand hat dir dafür eine Regel erklärt: Du nimmst einfach die Form, die das Verb verlangt. Genau das verlangt dieses Thema von dir – nicht mehr und nicht weniger.

Wichtig ist nur, wo du den Fall siehst. Das Nomen bleibt fast immer gleich. Es ändert sich der Artikel vor dem Nomen.

Ich sehe den Mann.

→ direktes Objekt = Akkusativ

Ich helfe dem Mann.

→ Person, der man hilft = Dativ

Ich helfe den Mann.

→ Falsch: helfen verlangt den Dativ.

Das Nomen ist dasselbe: Mann. Nur ein Buchstabe ändert sich: den → dem. Das ganze Fallsystem spielt sich in dieser Größe ab – deshalb überhört man es so leicht, und deshalb fällt es dir nach etwas Übung auch nicht mehr aus.

FrageFallFunktionBeispiel
Wer? / Was?NominativSubjektDer Mann kommt.
Wen? / Was?Akkusativdirektes ObjektIch sehe den Mann.
Wem?Dativindirektes ObjektIch helfe dem Mann.

Stell dem Verb beim Bauen des Satzes diese Frage. Sobald du die Antwort hast, ist auch der Artikel klar.

Die Frage-Methode hilft meistens, aber nicht zu 100 %. Wo sie dich in die Irre führt, steht im letzten Abschnitt – überspring ihn nicht.

02

Die Haupt-Tabelle – das Einzige, was du speichern musst

Die Tabelle unten ist das ganze deutsche Fallsystem. Sie sieht lang aus, enthält aber nur vier Formen: -r · -n · -m · -e. Wenn du sie einmal verstanden hast, bekommen ein · kein · mein · dein · dieser alle dieselben Endungen.

WortNominativ (wer?)Akkusativ (wen?)Dativ (wem?)
der Mann – maskulinder Mannden Manndem Mann
die Frau – feminindie Fraudie Frauder Frau
das Kind – Neutrumdas Kinddas Kinddem Kind
die Kinder – Pluraldie Kinderdie Kinderden Kindern
ein Mannein Manneinen Manneinem Mann
eine Fraueine Fraueine Fraueiner Frau
ein Kindein Kindein Kindeinem Kind
kein Bruderkein Bruderkeinen Bruderkeinem Bruder
WortNominativ (wer?)Akkusativ (wen?)Dativ (wem?)
keine Kinder – Pluralkeine Kinderkeine Kinderkeinen Kindern
mein Vatermein Vatermeinen Vatermeinem Vater
meine Muttermeine Muttermeine Muttermeiner Mutter
mein Automein Automein Automeinem Auto
meine Eltern – Pluralmeine Elternmeine Elternmeinen Eltern
dieser Manndieser Manndiesen Manndiesem Mann
diese Fraudiese Fraudiese Fraudieser Frau
dieses Buchdieses Buchdieses Buchdiesem Buch

Die fetten Buchstaben zeigen, was sich ändert. Achte beim Dativ von meine Eltern auf Folgendes: Es kommt kein zusätzliches -n dazu, weil das Wort schon auf -n endet.

Die Pronomen sind kein eigenes Thema – sie sind dieselbe Tabelle in Kurzform. Lern sie als Reihe: ich · mich · mir.

NominativAkkusativDativPerson
ichmichmir1. Person, Singular
dudichdir2. Person, Singular
erihnihm3. Person, maskulin
siesieihr3. Person, feminin
esesihm3. Person, Neutrum
NominativAkkusativDativPerson
wirunsuns1. Person, Plural
ihreucheuch2. Person, Plural
siesieihnen3. Person, Plural
SieSieIhnenHöflichkeitsform, immer groß

ihr kommt zweimal vor: als Subjekt („ihr alle“) und als Dativ von „sie“ (feminin, Singular). Den Unterschied erkennst du am Verb – ihr kommt · ich helfe ihr.

03

Nicht auswendig lernen – schau, was sich NICHT ändert

Die Tabelle Zeile für Zeile auswendig zu lernen, ist verlorene Mühe. Von zwölf Zellen bewegen sich nur fünf. Der Rest bleibt, wie er ist.

Der Akkusativ hat nur eine Regel: Nur das Maskulinum ändert sich. der → den. Feminin, Neutrum und Plural bleiben unberührt.

Ich kaufe den Tisch.

→ maskulin: der wird zu den

Ich kaufe die Lampe.

→ feminin: bleibt gleich

Ich kaufe das Buch.

→ Neutrum: bleibt gleich

Im Akkusativ musst du also nur eines tun: Wenn das Wort der ist, sagst du den. Im Dativ ändern sich dagegen alle vier Formen, und es gibt zwei klassische Fallen.

Falle 01

Wenn du „der“ siehst, ist es nicht automatisch maskulin

Ich helfe der Frau.

→ der = feminin im Dativ

Ich helfe dem Frau.

→ Falsch: „dem“ gibt es nur für maskulin und Neutrum.

die Frau wird im Dativ zu der Frau. Dasselbe der ist maskulin im Nominativ und feminin im Dativ. Solche Überschneidungen sind im Deutschen normal – nicht die Form entscheidet, sondern die Aufgabe im Satz.

So unterscheidest du sie mit einer einzigen Frage: Wem? Wenn im Satz „wem“ gefragt ist, ist der Frau Dativ. Wenn „wer“ gefragt ist, ist es Nominativ: Der Mann kommt.

Falle 02

Im Plural Dativ musst du zwei Dinge tun

Ich spiele mit den Kindern.

→ Artikel den + -n am Nomen

Ich spiele mit den Kinder.

→ Halb fertig: Das Nomen braucht auch -n.

Der Plural im Dativ ist die Stelle in der Tabelle, an der sich auch das Nomen ändert: die Kinder → den Kindern, die Männer → den Männern, die Bücher → den Büchern.

Es gibt eine Ausnahme: Wörter, deren Plural schon auf -n oder -s endet, bekommen nichts dazu. Die Regel heißt also nicht „immer -n anhängen“, sondern „am Ende soll ein -n stehen“.

Ich fahre mit den Autos.

→ endet auf -s, nichts kommt dazu

Ich spreche mit den Frauen.

→ endet schon auf -n

Ehrlich gesagt: Das ist nicht die einzige Stelle, an der das Nomen eine Endung bekommt. Eine kleine Gruppe maskuliner Wörter, die n-Deklination, bekommt auch im Singular eine Endung – der Student → Ich helfe dem Studenten. · Ich sehe den Studenten. Dasselbe gilt für der Junge · der Kollege · der Nachbar · der Mensch. Es sind wenige Wörter und ein eigenes Thema – aber merk dir nicht „das Nomen ändert sich nie“.

04

Das Verb entscheidet – Verben mit Dativ

Die meisten deutschen Verben verlangen den Akkusativ. Aber eine überschaubare Gruppe verlangt hartnäckig den Dativ – und genau diese Verben benutzt man im Alltag am häufigsten. Wenn du diese Liste kennst, hast du schon die Hälfte des Themas geschafft.

VerbBedeutungBeispiel
helfenUnterstützung gebenIch helfe dir.
dankenDank sagenIch danke dem Lehrer.
gefallenpositiv wirkenDas Bild gefällt mir.
gehörenjemandes Besitz seinDas Auto gehört meinem Bruder.
antwortenauf eine Frage reagierenAntworte mir bitte.
passendie richtige Größe oder Form habenDie Hose passt mir nicht.
schmeckenguten Geschmack habenDer Kaffee schmeckt mir.
folgenhinterhergehenDer Hund folgt dem Kind.
glaubenvertrauen (einer Person)Ich glaube dir nicht.
VerbBedeutungBeispiel
vertrauensicher sein, dass jemand zuverlässig istIch vertraue meiner Freundin.
gratulierenGlückwünsche aussprechenWir gratulieren dir.
zuhörenaufmerksam hörenHör mir zu.
wehtunSchmerzen verursachenMein Kopf tut mir weh.
fehlennicht da sein · vermisst werdenDu fehlst mir.
schadennegativ wirkenRauchen schadet der Gesundheit.
ähnelnähnlich seinEr ähnelt seinem Vater.
begegnenzufällig treffenIch bin ihm gestern begegnet.
gehorchentun, was jemand sagtDas Kind gehorcht seiner Mutter.

Das Gemeinsame: Im Dativ steht meistens eine Person – die Person, der man hilft, dankt, antwortet oder vertraut. Es gibt aber Ausnahmen: Bei gefallen · schmecken · fehlen · wehtun tut die Person nichts, sie erlebt nur, was passiert. Bei manchen Verben wie schaden ist der Dativ nicht einmal eine Person (der Gesundheit). Das ist also keine Regel, sondern eine Erinnerungshilfe für die Liste.

Manche Verben haben zwei Objekte gleichzeitig: eines für „wem“ (Dativ), eines für „was“ (Akkusativ). geben · schenken · zeigen · schicken · erklären · bringen · kaufen · empfehlen funktionieren immer so.

Ich gebe dem Mann das Buch.

→ erst „wem“, dann „was“

Er zeigt seiner Schwester die Fotos.

Bei zwei Nomen ist die Reihenfolge fest: erst Dativ, dann Akkusativ. Sobald aber ein Pronomen dazwischenkommt, ändert sich das – genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

05

Das sagt dir keiner: Mit Pronomen dreht sich die Reihenfolge um

Im Unterricht lernt man „erst Dativ, dann Akkusativ“ – und dann hört es meistens auf. Diese Regel gilt aber nur, wenn beide Objekte Nomen sind. Sobald ein Pronomen im Spiel ist, ändert sich die Reihenfolge – und Muttersprachler hören das sofort.

Wichtige Regel

Das Pronomen kommt immer zuerst; bei zwei Pronomen steht der Akkusativ vorn

Ich gebe dem Mann das Buch.

→ Zwei Nomen: erst der Dativ.

Ich gebe ihm das Buch.

→ Dativ-Pronomen: bleibt vorn.

Ich gebe es dem Mann.

→ Akkusativ-Pronomen: springt VOR das Nomen.

Ich gebe es ihm.

→ Zwei Pronomen: der Akkusativ steht vorn.

Ich gebe ihm es.

→ Falsch: Bei zwei Pronomen darf der Dativ nicht vorn stehen.

In zwei Sätzen: Das Pronomen steht vor dem Nomen; bei zwei Pronomen kommt der Akkusativ zuerst. Mehr nicht. Die Fälle bleiben gleich, nur ihre Plätze ändern sich.

Ab dem Tag, an dem du das richtig benutzt, klingst du nicht mehr wie ein Lehrbuch. Denn im Lehrbuch steht immer Ich gebe dem Mann das Buch; im Alltag sagt man Ich gebe es ihm.

Hinweis: Diese Reihenfolge gilt bei Verben mit zwei Objekten wie geben · zeigen · schicken · erklären · bringen · schenken. Bei Verben mit nur einem Objekt gibt es nichts zu ordnen.

06

Auch die Präposition entscheidet – in drei Gruppen

Steht im Satz eine Präposition, bestimmt nicht das Verb den Fall, sondern die Präposition. Es gibt drei Gruppen: Präpositionen mit immer Akkusativ, mit immer Dativ und solche, die je nach Situation wechseln.

PräpositionFallFunktionBeispiel
durchAkkusativWeg hindurchWir gehen durch den Park.
fürAkkusativZweck · EmpfängerDas ist für meinen Vater.
gegenAkkusativGegner · RichtungIch bin gegen diesen Plan.
ohneAkkusativnicht dabeiOhne dich gehe ich nicht.
umAkkusativrund herum · UhrzeitWir sitzen um den Tisch.
bisAkkusativzeitliche oder räumliche GrenzeBis nächsten Montag.
ausDativHerkunft · von innen nach außenIch komme aus der Türkei.
PräpositionFallFunktionBeispiel
beiDativin der Nähe von · OrtIch wohne bei meiner Tante.
mitDativzusammen · MittelIch fahre mit dem Bus.
nachDativzeitlich danach · Stadt oder LandNach der Arbeit gehe ich nach Hause.
seitDativBeginn bis jetztIch lerne seit einem Jahr Deutsch.
vonDativHerkunft · BesitzDas ist ein Geschenk von meiner Mutter.
zuDativZiel: Person oder InstitutionIch gehe zu meiner Schwester.
gegenüberDativauf der anderen SeiteDie Bank ist gegenüber dem Bahnhof.

Bei diesen Präpositionen musst du nicht nachdenken – wo du mit siehst, steht Dativ, wo du für siehst, steht Akkusativ. Was das Verb will, spielt hier keine Rolle.

Die dritte Gruppe hat neun Mitglieder und heißt Wechselpräpositionen. Hier entscheidet eine einzige Frage über den Fall: wohin? (Bewegung zu einem Ziel) → Akkusativ · wo? (Ort, keine Bewegung) → Dativ.

Präpositionwohin? → Akkusativ (Bewegung)wo? → Dativ (Position)
anIch hänge das Bild an die Wand.Das Bild hängt an der Wand.
aufIch lege das Buch auf den Tisch.Das Buch liegt auf dem Tisch.
inIch gehe in die Küche.Ich bin in der Küche.
hinterEr stellt das Fahrrad hinter das Haus.Das Fahrrad steht hinter dem Haus.
nebenSetz dich neben mich.Er sitzt neben mir.
Präpositionwohin? → Akkusativ (Bewegung)wo? → Dativ (Position)
überIch hänge die Lampe über den Tisch.Die Lampe hängt über dem Tisch.
unterDie Katze läuft unter das Bett.Die Katze schläft unter dem Bett.
vorIch stelle den Stuhl vor das Fenster.Der Stuhl steht vor dem Fenster.
zwischenIch setze mich zwischen die Kinder.Ich sitze zwischen den Kindern.
Falle 03

Frag nicht „Gibt es Bewegung?“ – achte auf das Verbpaar

Beim Sprechen hast du keine Zeit, dich zu fragen: „Gibt es gerade Bewegung?“ Das Deutsche hat dafür eine eigene Lösung: Die Verben zu diesen Präpositionen gibt es als Paare. Eines beschreibt die Bewegung, das andere die Position. Sobald du das Verb wählst, ergibt sich der Fall von selbst.

Bewegungsverb → AkkusativPositionsverb → DativBeispiel im Paar
stellen – senkrecht hinstellenstehen – senkrecht stehenIch stelle die Flasche auf den Tisch. / Die Flasche steht auf dem Tisch.
legen – waagerecht hinlegenliegen – waagerecht liegenIch lege das Handy auf das Bett. / Das Handy liegt auf dem Bett.
setzen – hinsetzensitzen – auf einem Sitz seinIch setze mich auf den Stuhl. / Ich sitze auf dem Stuhl.
hängen – aufhängenhängen – aufgehängt seinIch hänge den Mantel in den Schrank. / Der Mantel hängt im Schrank.
stecken – hineinsteckenstecken – drinsteckenIch stecke den Schlüssel in die Tasche. / Der Schlüssel steckt in der Tasche.

hängen ist der Sonderfall: Der Infinitiv ist gleich, aber die Formen unterscheiden sich. Das Verb für „aufhängen“ ist regelmäßig (hängte · hat gehängt), das Verb für „hängen“ ist unregelmäßig (hing · hat gehangen).

Noch ein praktischer Hinweis: Präposition und Artikel verschmelzen sehr oft. Die getrennte Form ist nicht falsch, aber so spricht niemand.

Getrennte FormVerschmolzenBeispiel
in demimIch bin im Kino.
in dasinsIch gehe ins Kino.
an demamWir sind am Bahnhof.
an dasansWir fahren ans Meer.
zu demzumIch gehe zum Arzt.
Getrennte FormVerschmolzenBeispiel
zu derzurIch gehe zur Schule.
bei dembeimIch bin beim Arzt.
von demvomIch komme vom Markt.
für dasfürsDanke fürs Essen.
um dasumsEs geht ums Geld.

Die Verschmelzung ist nicht Pflicht: Wenn du den Artikel betonen willst, lässt du ihn stehen. In dem Restaurant will ich nicht essen. – Du meinst ein ganz bestimmtes Restaurant. fürs · ums · aufs · durchs hört man eher in der Alltagssprache und in festen Wendungen.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Ich antworte ___ Chef.

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    dem. antworten ist ein Dativ-Verb. Achtung: Die Person, der du antwortest, steht im Dativ; die Frage, auf die du antwortest, kommt mit einer Präposition – Ich antworte auf die Frage.

  • Ich komme aus ___ Türkei.

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    der. Zwei Dinge auf einmal: aus ist eine feste Dativ-Präposition, und die Türkei gehört zu den Ländern mit Artikel. Bei Ländern ohne Artikel steht die Präposition allein: Ich komme aus Deutschland.

  • Ich sehe ___ Mann.

    Antwort zeigen

    den. sehen verlangt den Akkusativ, und der Akkusativ ändert in der Tabelle nur eine Zelle: der → den. Wäre das Wort nicht maskulin, würde sich nichts ändern.

07

Wo die Frage-Methode nicht hilft – und was du ins Heft schreibst

Die Frage vom Anfang funktioniert meistens: „Wen?“ führt zum Akkusativ, „Wem?“ zum Dativ. Aber eben meistens. Bei einer Handvoll Verben stimmt dein Gefühl nicht. Wenn du daraus eine Regel machst, irrst du dich ständig.

BeispielFallBedeutungWarum ein Stolperstein
Ich frage dich.Akkusativeine Frage stellenMan „stellt jemandem eine Frage“ (Dativ) – aber fragen verlangt den Akkusativ
Ich folge dir.DativhinterhergehenMan „verfolgt jemanden“ (Akkusativ) – aber folgen verlangt den Dativ
Ich gratuliere dir.DativGlückwünsche sagenDie Person steht im Dativ, obwohl es wie ein direktes Objekt wirkt
Ich höre dir zu.Dativaufmerksam hörenhören verlangt den Akkusativ, zuhören aber den Dativ
Ich unterstütze dich.Akkusativhelfen · stärkenBedeutet fast dasselbe wie helfen, verlangt aber den Akkusativ
Du fehlst mir.Dativvermisst werdenSogar das Subjekt wechselt: Wer vermisst wird („du“), ist das Subjekt; wer vermisst („mir“), steht im Dativ
Das gefällt mir.Dativpositiv wirkenDas Subjekt ist „das“; die Person, der es gefällt, steht im Dativ

Lern diese sieben Sätze nicht als Regel, sondern als feste Muster. Es sind wenige, in einer Woche sitzen sie.

Für alles andere gibt es eine praktische Faustregel: Verben mit Dativ sind eine begrenzte Liste. Im Wörterbuch stehen rund vierzig, im Alltag brauchst du kaum mehr als die achtzehn von oben. Lern sie, und für jedes andere Verb ist dein Standard der Akkusativ.

Das ist eine Abkürzung, kein Gesetz. Sie stimmt nicht zu 100 %, führt dich im Alltag aber fast nie in die Irre – und wenn du unsicher bist, steht im Wörterbuch der Fall gleich beim Verb: helfen +D, sehen +A.

Dein Vokabelheft ist bei diesem Thema das Einzige, was zählt. Solange du das Verb nur allein aufschreibst, musst du in jedem Satz neu rechnen.

  • Falscher Eintrag: nur helfen aufschreiben
  • Richtiger Eintrag: helfen + Dativ – Ich helfe meiner Mutter.
  • Falscher Eintrag: nur Tisch aufschreiben
  • Richtiger Eintrag: der Tisch – Ich stelle das Glas auf den Tisch.

Ein Eintrag mit drei Feldern: Verb + Fall + ein Satz aus deinem eigenen Leben. Der Beispielsatz soll deiner sein. Ein Satz aus dem Buch bleibt nicht hängen, ein Satz über deine eigene Mutter schon.

  • Heute: Wähle 5 der 18 Dativ-Verben von oben aus und schreib zu jedem einen Satz aus deinem Leben.
  • Diese Woche: Prüfe in jedem Satz, den du sagst, nur die maskulinen Wörter – nur sie ändern sich im Akkusativ.
  • Nächste Woche: Übe die Paare wohin / wo. Bilde für fünf Gegenstände in deinem Zimmer je zwei Sätze: wohin du sie legst und wo sie liegen.

Die Fälle sitzen nicht durch „Lernen“, sondern durch ständiges Hören. Versteh die Tabelle einmal, dann klapp sie zu. Die eigentliche Arbeit passiert beim Sprechen.

08Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Finde die eine Zelle, die sich ändert

    Der Akkusativ ändert in der Tabelle nur eine Sache: der → den. Feminin, Neutrum und Plural bleiben gleich. Der Dativ ändert dagegen alle vier.

    der → den · die → die · das → das

  2. Nicht das Nomen entscheidet, sondern das Wort davor

    Das Verb oder die Präposition wählt den Fall. Verben mit Dativ sind eine begrenzte Liste – im Alltag nicht mehr als achtzehn; bei jedem anderen Verb ist dein Standard der Akkusativ.

    helfen +D · sehen +A · mit +D · für +A

  3. Bei Wechselpräpositionen stell die Frage

    Neun Präpositionen haben zwei Gesichter. Bei wohin? (Ziel) steht der Akkusativ, bei wo? (Ort) der Dativ. Achte auf das Verbpaar: hinlegen/hingehen oder liegen/sein.

    auf den Tisch (wohin?) · auf dem Tisch (wo?)

  • Ich helfe den Mann.

    Ich helfe dem Mann.

    helfen verlangt den Dativ.

  • Ich frage dem Lehrer.

    Ich frage den Lehrer.

    Man „stellt dem Lehrer eine Frage“, aber fragen verlangt den Akkusativ. Genau hier hilft die Frage-Methode nicht.

  • mit den Kinder

    mit den Kindern

    Im Plural Dativ tust du zwei Dinge: Der Artikel wird den und das Nomen bekommt ein -n.

  • Ich gehe in dem Kino.

    Ich gehe ins Kino.

    gehen fragt nach dem Ziel → wohin? → Akkusativ. in dem beschreibt einen Ort, keine Bewegung.

0806:40

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Ich sehe Mann.

den. sehen verlangt den Akkusativ, und der Akkusativ ändert in der Tabelle nur eine Zelle: der → den. Wäre das Wort nicht maskulin, würde sich nichts ändern.

Ich helfe Frau.

der. helfen verlangt den Dativ, und die Frau wird im Dativ zu der Frau. Dieses „der“ ist nicht maskulin, sondern feminin im Dativ.

Ich fahre mit Bus.

dem. mit verlangt immer den Dativ, egal was das Verb will. der Bus → dem Bus.

Ich kaufe ein Geschenk für Kind.

das. für ist eine feste Akkusativ-Präposition – aber beim Neutrum ändert der Akkusativ nichts: das Kind bleibt, wie es ist. Um die richtige Antwort zu finden, musst du wissen, dass sich nichts ändert.

Das Buch gehört Lehrer.

dem. gehören gehört zu den Dativ-Verben. Es klingt nach Besitz („des Lehrers“), verlangt aber trotzdem den Dativ: Das Buch gehört dem Lehrer.

Wir gehen in Kino.

das. gehen fragt nach dem Ziel → wohin? → Akkusativ. In der Alltagssprache verschmilzt es: in das → ins Kino.
+16 Thema abschließen: ganzer Test 22 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

0/6 · Fragen beantwortet

Arbeitsblatt

Akkusativ & Dativ – Taschenkarte

Diese ganze Seite – Tabellen, Stolperfallen, Beispiele – als ein PDF. Herunterladen, ausdrucken und vor der Prüfung noch einmal durchgehen.