Futur I
das Futur I
Das Futur I ist eine Zeitform für die Zukunft und für Vermutungen: werden + Infinitiv am Ende (Ich werde gehen).
„Ich werde gehen“ muss nicht Zukunft sein – es kann auch eine Vermutung sein. Das Futur I sagt nicht nur „später“. werden hat im Deutschen mehrere Aufgaben.
Gleich am Anfang: Das Futur hat zwei Aufgaben
Wenn du werden schon konjugieren kannst, lernst du hier nur noch eins: wann du es benutzt.
KurzregelMit Zeitangabe reicht das Präsens (morgen · nächste Woche). Nimm werden + Infinitiv für Vermutungen, Versprechen und offizielle Ansagen.
| Satz | Bedeutung | Wann benutzt man das? |
|---|---|---|
| Morgen gehe ich zum Arzt. | Zukunft, ganz normal gesprochen | So sagt man es im Alltag. |
| Morgen werde ich zum Arzt gehen. | Gleiche Bedeutung, förmlicher und fester | Schrift · Versprechen |
| Er wird jetzt wohl schlafen. | Er schläft jetzt wahrscheinlich. Keine Zukunft! | Vermutung |
Die dritte Zeile ist das Wichtigste auf dieser Seite. Steht im Satz ein Wort für „jetzt“ und ein Vermutungswort wie wohl, dann spricht werden + Infinitiv nicht über die Zukunft, sondern über die Gegenwart – und es ist eine Vermutung. Ohne wohl entscheidet der Kontext: Er wird jetzt schlafen. kann auch „er geht gleich schlafen“ heißen.
So baust du es: das bekannte werden, der Infinitiv am Ende
Der Aufbau ist genau wie bei den Modalverben: das konjugierte Verb an zweiter Stelle, der Infinitiv am Ende. Du lernst nichts Neues, nur werden kommt dazu.
| Person | werden | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | werde | Ich werde es machen. |
| du | wirst | Du wirst es schaffen. |
| er / sie / es | wird | Er wird kommen. |
| wir | werden | Wir werden sehen. |
| ihr | werdet | Ihr werdet euch freuen. |
| sie / Sie | werden | Sie werden es bald sehen. |
Im Nebensatz ändert sich die Reihenfolge, werden rutscht ganz ans Ende: …, dass er morgen kommen wird.
Es hat vier verschiedene Aufgaben, und alle vier haben denselben Aufbau. Welche es ist, sagen dir die anderen Wörter im Satz:
- Er wird wohl krank sein. VERMUTUNG · WOHL · WAHRSCHEINLICH · SICHER
- Ich werde es machen! VERSPRECHEN / ENTSCHLOSSENHEIT
- Es wird regnen. OFFIZIELLE ANKÜNDIGUNG · NACHRICHTEN, WETTER, VERTRAG
- Du wirst jetzt schlafen! STRENGE ANWEISUNG · ELTERNTON, VORSICHTIG BENUTZEN
Zwei typische Fehlerstellen
werden in jeden Satz über die Zukunft setzen
Viele Lernende denken: Zukunft = werden. Also kommt es in jeden Satz. Das ist kein Fehler, klingt aber schwer und künstlich. Im Alltag sprechen Deutsche so nicht.
Morgen werde ich einkaufen gehen und dann werde ich kochen.
→ Grammatisch richtig, aber so spricht niemand.
Morgen gehe ich einkaufen und dann koche ich.
Die Regel: Steht im Satz ein Zeitwort (morgen · später · nächste Woche · in zwei Tagen · bald), dann reicht das Präsens. Die Information „Zukunft“ steckt schon in diesem Wort.
Die verschiedenen Aufgaben von werden verwechseln
werden macht drei verschiedene Dinge. Was es bedeutet, hängt davon ab, was danach kommt. Die Tabelle zeigt den Unterschied:
| Was danach kommt | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Infinitiv | Zukunft / Vermutung | Er wird kommen. – Zukunft. |
| Nomen / Adjektiv | etwas werden | Er wird Arzt. – Er beginnt, Arzt zu sein. |
| Partizip II | Passiv | Er wird gefragt. – Jemand fragt ihn. |
Drei Bedeutungen, ein Verb. So verwechselst du sie beim Lesen nicht: Schau ans Satzende. Infinitiv, Nomen oder Partizip II? Das Passiv steht auf der Passiv-Seite.
Was kaum jemand sagt: wird heißt oft „wahrscheinlich“
In Lehrbüchern steht über dem Thema „Zukunft“, und dann hört es auf. Im echten Deutsch hat der größte Teil der Sätze mit werden + Infinitiv nichts mit der Zukunft zu tun. Gemeint ist eine Vermutung über jetzt: „wahrscheinlich“.
Wo ist Ali? — Er wird im Büro sein.
→ Vermutung über jetzt
Sie wird das wissen.
→ Vermutung
Drei Wörter verstärken diese Bedeutung. Steht eines davon im Satz, liest du den Satz ganz sicher als Vermutung: wohl · wahrscheinlich · sicher.
Er wird wohl krank sein.
Dieselbe Vermutung gibt es auch über die Vergangenheit. Sie heißt Futur II. Auf B1 musst du sie nicht selbst bilden, aber du musst sie erkennen, denn du liest sie in den Nachrichten:
Er wird es vergessen haben.
→ Futur II: Vermutung über die Vergangenheit
Noch eine Verwendung, bei der du aufpassen musst: Ein Satz mit werden kann zu einem harten Befehl werden – Du wirst jetzt sofort schlafen! Das ist der Ton von Eltern. Zu einem fremden Erwachsenen klingt das viel zu hart.
Was du gerade gelernt hast
Er ___ morgen kommen.
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Das Futur wird mit dem Hilfsverb werden gebildet. In der 3. Person Singular heißt es wird.
Welcher Satz klingt im Alltag natürlich, wenn du über morgen sprichst?
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Morgen gehe ich zum Arzt. Der zweite Satz ist auch richtig, klingt aber förmlich. Mit morgen im Satz ist die Zukunft schon gegeben – das Präsens reicht.
Wo ist Ali? — Er wird im Büro sein. Was sagt dieser Satz?
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Er ist jetzt wahrscheinlich im Büro (Vermutung). — Vermutung. Die Frage lautet: „Wo ist er jetzt?“ Hier meint werden + Infinitiv nicht die Zukunft, sondern „wahrscheinlich“.
Was du diese Woche machst
Dieses Thema sitzt, wenn du lernst, wann du es NICHT benutzt. Fünf Minuten pro Tag:
- Schreib den Plan für morgen in fünf Sätzen – alle im Präsens, ganz ohne werden: Morgen stehe ich früh auf…
- Dann schreib einen Versprechen-Satz und benutze dort werden: Ich werde dich anrufen, versprochen.
- Bilde drei Vermutungs-Sätze: Er wird wohl … sein.
- Schreib einen Wettersatz – so sprechen die Nachrichten: Morgen wird es regnen.
- Schreib einmal pro Woche die drei Bedeutungen von werden nebeneinander: Infinitiv · Nomen · Partizip II.
Als Nächstes kommt der Genitiv: der Fall der Schriftsprache, wie man ihn beim Sprechen umgeht, und die Präpositionen wegen · trotz · während.
Bau den Satz selbst
Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.
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Wörter antippen
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Wörter antippen
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Wörter antippen
Vor dem Test wissen
Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.
- Mit Zeitangabe reicht das Präsens
Steht im Satz ein Zeitwort (morgen · später · bald · nächste Woche), dann steckt die Zukunft schon darin. Im Alltag sprechen Deutsche im Präsens. Nimm werden + Infinitiv für Vermutungen, Versprechen und offizielle Ansagen – mit einem Wort wie „sofort“ wird dasselbe Muster zu einem harten Befehl.
Morgen gehe ich zum Arzt. · Ich werde dich anrufen.
- Konjugiertes werden an zweiter Stelle, Infinitiv am Ende
Der Aufbau ist genau wie bei den Modalverben, und werden ist unregelmäßig: ich werde · du wirst · er wird · wir werden · ihr werdet · sie werden. Im Nebensatz ändert sich die Reihenfolge: Das konjugierte werden rutscht ans Ende, der Infinitiv steht direkt davor.
Wir werden das Problem lösen. · …, dass er kommen wird.
- wird heißt oft „wahrscheinlich“
Die Bedeutung bestimmt das Wort danach: Infinitiv → Zukunft oder Vermutung, Nomen oder Adjektiv → „werden“ im Sinn von „etwas werden“, Partizip II → Passiv. Meistens ist das Muster eine Vermutung über jetzt, nicht über die Zukunft; wohl · wahrscheinlich · sicher machen das eindeutig. Dieselbe Vermutung über die Vergangenheit heißt Futur II – auf B1 reicht es, sie zu erkennen.
Er wird wohl krank sein. · Er wird Arzt. · Er wird gefragt.
Morgen werde ich einkaufen gehen.
Morgen gehe ich einkaufen.
Grammatisch ist das nicht falsch, aber es klingt schwer und künstlich – so sprechen Deutsche nicht. Viele setzen werden in jeden Satz über die Zukunft; mit morgen im Satz reicht das Präsens.
Ihr werden euch freuen.
Ihr werdet euch freuen.
werden ist unregelmäßig. Die Form werden gehört zu wir und sie/Sie; für ihr brauchst du werdet.
…, dass er morgen wird kommen.
…, dass er morgen kommen wird.
Die Reihenfolge des Hauptsatzes wird in den Nebensatz übernommen. Nach dass rutscht das konjugierte Verb ganz ans Ende, der Infinitiv steht direkt davor.
Er wird gefragt. (= „Er wird fragen.“)
Er wird fragen. (= „Er wird fragen.“)
Beide Sätze sind richtiges Deutsch – falsch ist die Lesart. Ein Partizip II am Ende bildet nicht die Zukunft, sondern das Passiv: Er wird gefragt = „Jemand fragt ihn.“ Für die Zukunft brauchst du den Infinitiv.
Teste dich
Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.
Welcher Satz klingt im Alltag natürlich, wenn du über morgen sprichst?
Wo ist Ali? — Er wird im Büro sein. Was sagt dieser Satz?
Er wird . (Beruf: Er beginnt eine Ausbildung und wird bald Mediziner.)
Er wird krank sein.
Welcher Satz ist eine Vermutung über die Vergangenheit (Er hat es wahrscheinlich vergessen)?
Ich hoffe, dass er morgen .
Übung geschafft – –
Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.
0/6 · Fragen beantwortet
Arbeitsblatt Futur I
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