Genau
Thementest · B1

Futur I Test

13Fragen
8Minuten
60 %Bestehensgrenze

Eine Frage nach der anderen, die Zeit läuft. Die Lösungen bleiben wie in der Prüfung verdeckt: Am Ende siehst du alle mit Erklärung. Mit 60 % ist das Thema abgeschlossen.

Thementest

13 Fragen, von leicht bis schwer

Wähl eine Antwort und drück «Weiter». Du kannst zurückgehen und ändern. Was leer bleibt, zählt als falsch.

Welcher Satz klingt im Alltag natürlich, wenn du über morgen sprichst?

Morgen gehe ich zum Arzt. Der zweite Satz ist auch richtig, klingt aber förmlich. Mit morgen im Satz ist die Zukunft schon gegeben – das Präsens reicht.

Wo ist Ali? — Er wird im Büro sein. Was sagt dieser Satz?

Vermutung. Die Frage lautet: „Wo ist er jetzt?“ Hier meint werden + Infinitiv nicht die Zukunft, sondern „wahrscheinlich“.

Er wird . (Beruf: Er beginnt eine Ausbildung und wird bald Mediziner.)

Arzt. Steht nach werden ein Nomen, bedeutet es „etwas werden“: Er wird Arzt. Mit einem Infinitiv wäre es Zukunft oder Vermutung.

Er wird krank sein.

wohl. wohl · wahrscheinlich · sicher machen den Satz eindeutig zu einer Vermutung. Mit gestern baut man dieses Muster nicht.

Welcher Satz ist eine Vermutung über die Vergangenheit (Er hat es wahrscheinlich vergessen)?

Er wird es vergessen haben. Das ist das Futur II: eine Vermutung über ein Ereignis in der Vergangenheit. Auf B1 musst du es nicht selbst bilden, aber erkennen.

Ich hoffe, dass er morgen .

kommen wird. Im Nebensatz rutscht das konjugierte Verb ganz ans Ende, der Infinitiv steht direkt davor: …, dass er morgen kommen wird. Die Reihenfolge wird kommen gehört in den Hauptsatz (Er wird morgen kommen.) – nach dass stimmt sie nicht. gekommen ist ein Partizip II; hier brauchst du den Infinitiv.

Welcher Satz ist ein richtiges Futur I? (Ziel: Wir lösen das Problem.)

Wir werden das Problem lösen. Der Aufbau ist genau wie bei den Modalverben: das konjugierte werden an zweiter Stelle, der Infinitiv am Satzende. Den Infinitiv vor das Objekt zu ziehen (…werden lösen das Problem) ist falsch. Auch ein Partizip II am Ende geht nicht: werden + Partizip II bildet das Passiv, und ein Passiv hat kein Akkusativobjekt – der richtige Satz wäre Das Problem wird gelöst.

Ihr euch freuen.

werdet. werden ist unregelmäßig: ich werde · du wirst · er wird · wir werden · ihr werdet · sie werden. Der häufigste Fehler ist werden für ihr; die Form werden gehört zu wir und sie/Sie.

Er wird gefragt. Was sagt dieser Satz?

Jemand fragt ihn – Passiv. Die Bedeutung von werden bestimmt das Wort danach: Infinitiv → Zukunft/Vermutung, Nomen oder Adjektiv → etwas werden, Partizip II (gefragt) → Passiv. Für „Er wird fragen“ bräuchten wir den Infinitiv: Er wird fragen. Eine Vermutung über die Vergangenheit wäre das Futur II und bräuchte haben: Er wird gefragt haben.

Du wirst jetzt sofort schlafen! – Welchen Ton hat dieser Satz?

Ein harter Befehl. Den Ton macht nicht du allein, sondern ein Wort für „sofort“ wie jetzt sofort und das Ausrufezeichen: Es entsteht ein Befehl, der dem anderen aufgedrückt wird – der Ton von Eltern zu einem Kind. Dasselbe Muster mit du kann auch ganz sanft sein: Du wirst es schaffen. macht Mut, Du wirst wohl recht haben. ist eine Vermutung. Die Wörter, die die Vermutung öffnen, sind wohl · wahrscheinlich · sicher; hier steht an ihrer Stelle sofort, deshalb ist die Vermutung ausgeschlossen. Zu einem fremden Erwachsenen klingt dieser Ton zu hart.

Morgen ich werde lernen.

Der Satz beginnt mit einer Zeitangabe (Morgen). Deshalb muss das Verb direkt danach stehen, an zweiter Stelle: Morgen werde ich lernen.

Er morgen kommen.

Das Futur wird mit dem Hilfsverb werden gebildet. In der 3. Person Singular heißt es wird.

Bilde einen Satz im Futur I: nach Berlin · wir · fahren · im Urlaub

Tipp die Teile an und bau den Satz

Wir werden im Urlaub nach Berlin fahren. Das Futur I wird mit dem Hilfsverb werden gebildet, das Vollverb steht als Infinitiv ganz am Ende.
Kurzregeln

Die Regeln in drei Zeilen

Das ganze Thema steht auf einer eigenen Seite. Hier ist nur der Kern, den du für den Test brauchst.

  1. Mit Zeitangabe reicht das Präsens

    Steht im Satz ein Zeitwort (morgen · später · bald · nächste Woche), dann steckt die Zukunft schon darin. Im Alltag sprechen Deutsche im Präsens. Nimm werden + Infinitiv für Vermutungen, Versprechen und offizielle Ansagen – mit einem Wort wie „sofort“ wird dasselbe Muster zu einem harten Befehl.

    Morgen gehe ich zum Arzt. · Ich werde dich anrufen.

  2. Konjugiertes werden an zweiter Stelle, Infinitiv am Ende

    Der Aufbau ist genau wie bei den Modalverben, und werden ist unregelmäßig: ich werde · du wirst · er wird · wir werden · ihr werdet · sie werden. Im Nebensatz ändert sich die Reihenfolge: Das konjugierte werden rutscht ans Ende, der Infinitiv steht direkt davor.

    Wir werden das Problem lösen. · …, dass er kommen wird.

  3. wird heißt oft „wahrscheinlich“

    Die Bedeutung bestimmt das Wort danach: Infinitiv → Zukunft oder Vermutung, Nomen oder Adjektiv → „werden“ im Sinn von „etwas werden“, Partizip II → Passiv. Meistens ist das Muster eine Vermutung über jetzt, nicht über die Zukunft; wohl · wahrscheinlich · sicher machen das eindeutig. Dieselbe Vermutung über die Vergangenheit heißt Futur II – auf B1 reicht es, sie zu erkennen.

    Er wird wohl krank sein. · Er wird Arzt. · Er wird gefragt.

Stolperfallen

Oft verwechselt

Hier passieren die typischen Fehler. Die schweren Fragen kommen genau von hier.

  • Morgen werde ich einkaufen gehen.

    Morgen gehe ich einkaufen.

    Grammatisch ist das nicht falsch, aber es klingt schwer und künstlich – so sprechen Deutsche nicht. Viele setzen werden in jeden Satz über die Zukunft; mit morgen im Satz reicht das Präsens.

  • Ihr werden euch freuen.

    Ihr werdet euch freuen.

    werden ist unregelmäßig. Die Form werden gehört zu wir und sie/Sie; für ihr brauchst du werdet.

  • …, dass er morgen wird kommen.

    …, dass er morgen kommen wird.

    Die Reihenfolge des Hauptsatzes wird in den Nebensatz übernommen. Nach dass rutscht das konjugierte Verb ganz ans Ende, der Infinitiv steht direkt davor.

  • Er wird gefragt. (= „Er wird fragen.“)

    Er wird fragen. (= „Er wird fragen.“)

    Beide Sätze sind richtiges Deutsch – falsch ist die Lesart. Ein Partizip II am Ende bildet nicht die Zukunft, sondern das Passiv: Er wird gefragt = „Jemand fragt ihn.“ Für die Zukunft brauchst du den Infinitiv.