Genau

Präteritum

das Präteritum

Das Präteritum ist die einfache Vergangenheit, die vor allem in der Schriftsprache vorkommt: war, hatte, konnte, musste.

Beim Sprechen sagst du „ich habe gemacht“, beim Schreiben „ich machte“. Im Deutschen gibt es zwei Vergangenheitsformen mit gleicher Bedeutung. Das Präteritum ist das Zeichen der Schriftsprache.

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Jetzt: zwei Vergangenheitsformen, eine Bedeutung

Darauf baut diese Seite auf

Wenn du das Perfekt schon bilden kannst, lernst du hier die zweite Vergangenheitsform und wie du zwischen beiden wählst.

KurzregelBeim Sprechen nimmst du das Perfekt – aber bei sein · haben · können · müssen · wollen · dürfen nimmst du das Präteritum. Diese sechs Verben benutzt du sowieso am häufigsten.

Das Deutsche hat zwei Formen für die Vergangenheit, und ihre Bedeutung ist gleich. Viele Lernende wundern sich: Auf die Frage „Was ist der Unterschied?“ lautet die Antwort „In der Bedeutung keiner“. Der Unterschied liegt darin, wo man die Form benutzt.

  • Ich habe gearbeitet. PERFEKT · GESPROCHEN
  • Ich arbeitete. PRÄTERITUM · GESCHRIEBEN

Beide Sätze sind richtig und sagen dasselbe. Aber wenn du zu einem deutschen Freund Ich arbeitete gestern sagst, klingt das wie aus einem Buch vorgelesen. Diese Form findest du in Märchen, Nachrichten und Romanen.

Im Norden und im Süden Deutschlands ist das verschieden: Im Norden hörst du das Präteritum auch beim Sprechen. Im Süden (Bayern, Österreich) wird es fast nie gesprochen. Bleib in der Mitte: beim Sprechen Perfekt, außer bei den sechs Verben unten.

02

Sechs Verben zum Auswendiglernen – auch beim Sprechen im Präteritum

Diese sechs sind die Ausnahme von der Regel. Das ist kein Zufall: Es sind die häufigsten Verben im Deutschen. Ihr Perfekt ist lang und klingt schwer. Darum hat die Sprache den kurzen Weg gewählt.

Personseinhaben
ichwarhatte
duwarsthattest
er / sie / eswarhatte
wirwarenhatten
ihrwarthattet
sie / Siewarenhatten

Achtung: ich und er haben dieselbe Form – ich war / er war, ich hatte / er hatte. Das ist die allgemeine Regel im Präteritum. Im Präsens war das anders: Dort waren ich bin / er ist verschieden.

ModalverbPräsensPräteritumBeispiel
könnenkannkonnteIch konnte nicht kommen.
müssenmussmussteIch musste arbeiten.
wollenwillwollteIch wollte dich anrufen.
dürfendarfdurfteIch durfte nicht rauchen.
sollensollsollteIch sollte früher gehen.
mögenmagmochteIch mochte das nicht.

Merkhilfe: Im Präteritum verliert das Modalverb den Umlaut und bekommt -te. können → konnte, müssen → musste, dürfen → durfte. Nur mögen → mochte ist unregelmäßig – aus g wird ch.

Auch im Präteritum haben Modalverben bei ich und er keine Endung: ich konnte / er konnte. Die anderen Personen bekommen die normale Endung – du konntest · wir konnten · ihr konntet.

03

Das Präteritum regelmäßiger Verben: Stamm + -te

Das brauchst du, wenn du schriftlich arbeitest. Regelmäßige Verben sind einfach: Du hängst -te an den Stamm und danach die Personenendung.

PersonEndungmachen → mach-arbeiten → arbeit-
ich-temachtearbeitete
du-testmachtestarbeitetest
er / sie / es-temachtearbeitete
wir-tenmachtenarbeiteten
ihr-tetmachtetarbeitetet
sie / Sie-tenmachtenarbeiteten

Wenn der Stamm auf -t, -d, -n endet, kommt ein e dazwischen: arbeitete · redete · öffnete. Der Grund ist die Aussprache – arbeitte kann man nicht sprechen. Es ist genau dieselbe Regel wie im Präsens bei du arbeitest.

Unregelmäßige Verben dagegen ändern den Stammvokal und bekommen kein -te. Man lernt sie als Liste. Für A2 brauchst du nur eine Handvoll:

  • gehen → ging ICH GING · ER GING
  • kommen → kam ICH KAM · ER KAM
  • geben → gab ICH GAB · ER GAB
  • fahren → fuhr ICH FUHR · ER FUHR
  • sehen → sah ICH SAH · ER SAH
  • werden → wurde ICH WURDE · ER WURDE

Diese sechs musst du zunächst nur erkennen – selbst bilden musst du sie noch nicht. Wenn du sie in Nachrichten oder Märchen siehst, reicht der Gedanke: „Das ist Vergangenheit.“

04

Welche Zeit wo – eine Tabelle

Das ist der Teil, den Lehrbücher „Zeitengebrauch“ nennen. Der Entscheidungsbaum ist eigentlich sehr kurz:

SituationWelche ZeitBeispiel
Du erzählst einem Freund, was du gestern gemacht hastPerfektIch habe gestern gearbeitet.
Im Satz steht sein / habenPräteritumIch war müde. Ich hatte Zeit.
Im Satz steht ein ModalverbPräteritumIch musste arbeiten.
Du schreibst eine E-Mail, einen Bericht, einen AufsatzPräteritumEr kam um acht und ging um zehn.
Märchen, Roman, NachrichtentextPräteritumEs war einmal ein König…
Etwas dauert jetzt noch anPräsens + seitIch wohne seit 2020 hier.

Die letzte Zeile ist eine große Falle. Viele Lernende wollen hier die Vergangenheit benutzen, weil es um „früher“ geht. Aber die Sache dauert noch an, deshalb steht im Deutschen das Präsens – nicht das Perfekt.

FALLE 01

Ich habe gewesen – der häufigste Fehler

Das Perfekt von sein gibt es grammatisch (ich bin gewesen), und in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz hört man es beim Sprechen oft; im Standarddeutschen und im Norden ist war aber viel häufiger. habe gewesen gibt es dagegen nirgends, denn sein bildet das Perfekt mit sein.

Ich habe in Berlin gewesen.

→ doppelt falsch

Ich war in Berlin.

→ richtig und natürlich

Dasselbe gilt für haben: Am häufigsten ist Ich hatte keine Zeit. Ich habe keine Zeit gehabt ist auch richtig und im Süden verbreitet, nur länger.

FALLE 02

Ein Modalverb ins Perfekt setzen

Das Modalverb hat ein Perfekt, aber mit doppeltem Infinitiv, und es ist schwer zu bilden: Ich habe arbeiten müssen. So spricht kaum jemand. Das Präteritum ist kurz und richtig.

Ich musste gestern arbeiten.

Ich habe gestern arbeiten müssen.

→ richtig, aber schwer – beim Sprechen nicht üblich

05

Was dir niemand sagt: zwei Zeiten in einem Satz

Lehrbücher sagen: „Beim Sprechen Perfekt, beim Schreiben Präteritum“ – und hören auf. Im echten Gespräch passiert Folgendes: Beide stehen im selben Satz nebeneinander, und das ist ganz normal.

Ich war gestern krank, deshalb habe ich nicht gearbeitet.

Ich konnte nicht kommen, weil ich gearbeitet habe.

Die Regeln vermischen sich nicht – jedes Verb folgt seiner eigenen Regel. sein und die Modalverben stehen im Präteritum, die anderen im Perfekt. Wenn du beides in einem Satz benutzt, stört das kein deutsches Ohr. Es klingt natürlich.

Im weil-Satz des zweiten Beispiels geht das Verb ans Ende – und zwar beide Teile des Perfekts zusammen: gearbeitet habe. Wenn du die Verbstellung im Nebensatz vergessen hast, geh zurück zur weil-Seite.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Früher ___ ich in Izmir. (wohnen · Präteritum)

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    wohnte. Regelmäßiges Verb: wohn + te. früher bedeutet „nicht mehr“, darum passt hier das Präsens nicht – das Gegenteil des seit-Satzes.

  • Das Präteritum wird meistens in der gesprochenen Sprache (auf der Straße, im Alltag) bevorzugt.

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    Falsch. Das Präteritum benutzt man vor allem in der Schriftsprache (Zeitung, Buch, Nachrichten). In der gesprochenen Sprache bevorzugt man das Perfekt.

  • Gestern ___ ich in Berlin.

    Antwort zeigen

    war. sein steht auch beim Sprechen meistens im Präteritum. bin gewesen ist ein richtiges Perfekt (im Süden verbreitet), passt aber nicht in diese Lücke: Damit hieße der Satz Gestern bin ich in Berlin gewesen. habe gewesen ist einfach falsch.

06

Was du diese Woche tust

Du musst das Präteritum nicht selbst bilden lernen. Es reicht, wenn du die sechs Verben zum Reflex machst. Wenn sie sitzen, klingt dein Deutsch sofort natürlicher.

  • Erzähl jeden Abend deinen Tag in drei Sätzen, aber der erste Satz beginnt immer mit war oder hatte: Ich war müde. Ich hatte viel Arbeit.
  • Bilde die weiteren Sätze im Perfekt: Ich habe zwei Stunden gelernt.
  • Füge einen Satz mit „müssen“ hinzu: Ich musste früh aufstehen.
  • Schreib einmal pro Woche das Präteritum der sechs Modalverben auf – konnte · musste · wollte · durfte · sollte · mochte.
  • Lies eine deutsche Nachrichtenüberschrift und markiere die Verben im Präteritum. Du bildest sie nicht selbst, du erkennst sie.

Als Nächstes kommt der Ort: wo oder wohin – der deutsche Unterschied zwischen „wo“ und „wohin“ und wie man ihn mit dem Kasus zeigt.

07Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Die sechs Verben stehen auch beim Sprechen im Präteritum

    sein · haben und vier Modalverben sagt man in der Vergangenheit im Präteritum, nicht im Perfekt. Auch im Alltag.

    war · hatte · konnte · musste · wollte · durfte

  2. Regelmäßiges Verb: Stamm + -te

    Streich das -en vom Infinitiv, hänge -te an, dann die Personenendung. ich und er sind wieder gleich, beide ohne Endung.

    machen → machte · wohnen → wohnte

  3. Dauert es noch an, ist es keine Vergangenheit

    Ein Zustand mit seit, der weitergeht, steht im Deutschen im Präsens.

    Ich wohne seit 2020 in Köln.

  • Ich habe gestern in Berlin gewesen.

    Ich war gestern in Berlin.

    sein bildet das Perfekt nicht mit haben und steht beim Sprechen im Präteritum. Zwei Fehler in einem Satz.

  • Ich wohne seit 2020 in Köln gewohnt.

    Ich wohne seit 2020 in Köln.

    Wenn du noch dort wohnst, steht keine Vergangenheit, sondern das Präsens. Bei seit steht Präsens.

  • Er gebte mir das Buch.

    Er gab mir das Buch.

    Ein unregelmäßiges Verb bekommt kein -te; der Stammvokal ändert sich. geben → gab.

  • Gestern ich arbeitete lange.

    Gestern arbeitete ich lange.

    Wenn die Zeitangabe am Anfang steht, bleibt das Verb an zweiter Stelle – das Subjekt rutscht dahinter. Die Zeit ändert sich, die Regel für die Wortstellung nicht.

0706:50

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Gestern ich in Berlin.

war. sein steht auch beim Sprechen meistens im Präteritum. bin gewesen ist ein richtiges Perfekt (im Süden verbreitet), passt aber nicht in diese Lücke: Damit hieße der Satz Gestern bin ich in Berlin gewesen. habe gewesen ist einfach falsch.

Ich gestern arbeiten.

musste. Modalverben stehen in der Vergangenheit im Präteritum. Ihr Perfekt (habe arbeiten müssen) ist richtig, aber schwer.

Ich seit 2020 in Köln.

wohne – Präsens. Wenn du noch dort wohnst, steht im Deutschen das Präsens.

Er das Buch. (geben · Präteritum)

gab. geben ist unregelmäßig: Der Stammvokal ändert sich, und es kommt kein -te. gegeben ist das Partizip II und gehört zum Perfekt.

Welcher Satz klingt im Gespräch natürlich?

Der erste. Jedes Verb folgt seiner eigenen Regel: sein → Präteritum (war), arbeiten → Perfekt. Zwei Zeiten stehen im selben Satz nebeneinander, und das ist ganz normal. Der vierte ist nicht falsch, klingt aber wie aus einem Buch vorgelesen.

Als Kind ich einen Hund. (haben)

hatte. haben gehört zu den sechs Verben zum Auswendiglernen – in der Vergangenheit steht es direkt im Präteritum. hätte ist der Konjunktiv.
+16 Thema abschließen: ganzer Test 22 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

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Arbeitsblatt

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