Genau

wo? · wohin? · woher?

Wechselpräpositionen

Wechselpräpositionen sind neun Präpositionen, die je nach Frage den Akkusativ (wohin? – in die Küche) oder den Dativ (wo? – in der Küche) verlangen.

„Ich gehe in der Park.“ – Ort oder Richtung? Bei neun Präpositionen entscheidet nicht die Präposition, sondern der Artikel: Dativ oder Akkusativ. Hier findest du die Regel, die Tabellen und die Stellen, an denen die Regel nicht gilt.

01

Eine Frage entscheidet: Ort oder Richtung?

Darauf baut diese Seite auf

Wenn du die Tabelle mit Akkusativ und Dativ kennst, geht es hier um die neun Präpositionen, bei denen du zwischen den beiden wählen musst.

Kurzregelwo? → Dativ (es bleibt) · wohin? → Akkusativ (es geht). Dieselbe Präposition, zwei Gesichter.

Es gibt einen Unterschied zwischen Ziel und Ort. Das eine ist Ankommen, das andere ist Sich-dort-Befinden. Du ziehst die Grenze jedes Mal in einem Satz: in die Schule · in der Schule. Auf den Tisch · auf dem Tisch.

Wichtig: Nicht die Präposition ändert sich, sondern der Artikel. Die Präposition bleibt immer gleich. Das Signal steckt allein in dem Artikel, der danach kommt.

Ich gehe in die Küche.

→ Ziel, Akkusativ

Ich bin in der Küche.

→ Ort, Dativ

Diese Wahl gibt es bei neun Präpositionen, und alle neun funktionieren gleich. Die Tabellen zeigen die Paare.

BildPräpositionwohin? · Zielwo? · Ort
hinein · drininin die Küchein der Küche
hinauf · obenaufauf den Tischauf dem Tisch
darunter (hin) · darunterunterunter das Bettunter dem Bett
davor (hin) · davorvorvor die Türvor der Tür
dahinter (hin) · dahinterhinterhinter das Haushinter dem Haus
BildPräpositionwohin? · Zielwo? · Ort
daneben (hin) · danebennebenneben den Stuhlneben dem Stuhl
dazwischen (hin) · dazwischenzwischenzwischen die Bücherzwischen den Büchern
darüber (hin) · darüber (in der Luft)überüber das Sofaüber dem Sofa
mit Berührung: heran · drananan die Wandan der Wand

Du lernst also keine neue Logik von Null. Du liest den Artikel als Signal. Schwierig ist nicht die Regel, sondern das genaue Hinschauen auf den Artikel.

Diese neun Präpositionen heißen Wechselpräpositionen, weil der Kasus wechselt. Bei allen anderen Präpositionen ist der Kasus fest. Dort hast du keine Wahl und musst nicht nachdenken.

02

Die eine Frage, die entscheidet

Du stellst dem Satz nur eine Frage: „wohin?“ oder „wo?“ Geht etwas irgendwohin, oder steht es irgendwo? Wenn du die Antwort hast, hast du auch den Kasus.

  • wohin? · Ziel → etwas kommt an einem neuen Ort an, eine Grenze wird überschritten → Akkusativ
  • wo? · Ort → der Ort, an dem etwas ist, wird beschrieben, keine Grenze → Dativ

Ich stelle die Tasse auf den Tisch.

→ Die Tasse war nicht auf dem Tisch, jetzt kommt sie dort an: Akkusativ

Die Tasse steht auf dem Tisch.

→ Sie geht nirgendwohin, ihr Ort wird genannt: Dativ

Ich stelle die Tasse auf dem Tisch.

→ Falsch: Hier wird etwas irgendwohin gestellt, also gibt es ein Ziel. Richtig ist auf den Tisch.

Jetzt kommt die eigentliche Arbeit: Du hast die Frage beantwortet, aber welcher Artikel folgt? Die vier Zeilen unten sind der Motor dieser Seite. der ist maskulin, die feminin, das neutrum, und im Plural heißt es wieder die.

Wortwohin? → Akkusativwo? → Dativ
der Tisch – maskulinauf den Tischauf dem Tisch
die Wand – femininan die Wandan der Wand
das Bett – neutrumunter das Bettunter dem Bett
die Bücher – Pluralzwischen die Bücherzwischen den Büchern
ein Tisch – unbestimmtauf einen Tischauf einem Tisch
eine Wand – unbestimmtan eine Wandan einer Wand
mein Garten – Possessivin meinen Gartenin meinem Garten
meine Tasche – Possessivin meine Taschein meiner Tasche

Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum: der → den. Feminin, Neutrum und Plural bleiben gleich. Im Dativ ändern sich alle vier, und im Plural bekommt das Nomen zusätzlich –n: die Bücher → den Büchern.

Das Ziel, nicht das Verb, entscheidet. „Wenn das Verb eine Bewegung zeigt, nimm den Akkusativ“ hilft in der ersten Woche und führt dich in der zweiten in die Irre. Warum, siehst du im fünften Abschnitt.

03

Die neun Präpositionen – die Tabelle zum Speichern

Die Liste ist geschlossen und kurz: neun. Keine andere Präposition hat diese Wahl. Du musst dir nicht merken, „welche Präposition welchen Kasus nimmt“, sondern nur, welche Präpositionen zu diesen neun gehören.

PräpositionBedeutungwohin? + Akkusativwo? + Dativ
inhinein · drinin den Parkim Park
anmit Berührung: senkrechte Fläche, Randan die Wandan der Wand
aufoben drauf (waagerechte Fläche)auf den Tischauf dem Tisch
überdarüber (ohne Berührung) · hinüberüber das Sofaüber dem Sofa
unterdarunterunter das Bettunter dem Bett
PräpositionBedeutungwohin? + Akkusativwo? + Dativ
vordavorvor die Türvor der Tür
hinterdahinterhinter das Haushinter dem Haus
nebendanebenneben den Stuhlneben dem Stuhl
zwischendazwischenzwischen die Stühlezwischen den Stühlen

So behältst du die Reihenfolge am leichtesten: drei + zwei + vier. in–an–auf (Berührung), über–unter (oben–unten), vor–hinter–neben–zwischen (Umgebung). Wenn du in einem Zimmer stehst und auf jede zeigen kannst, kennst du die Liste.

Eine Zeile in der Tabelle sieht anders aus: Neben in den Park steht im Park. Das liegt daran, dass manche Paare aus Präposition und Artikel im Deutschen verschmelzen. Getrennt geschrieben klingen sie falsch.

AufgelöstVerschmolzenWelcher KasusBeispiel
in + dasinsAkkusativIch gehe ins Kino.
in + demimDativIch bin im Kino.
an + dasansAkkusativIch gehe ans Fenster.
an + demamDativIch stehe am Fenster.
auf + dasaufsAkkusativIch freue mich aufs Wochenende.

Diese Formen sind in geschriebenen Texten üblich. Beim Sprechen hörst du außerdem unterm · unters · vorm · vors · hinterm · übers. Das ist Alltagssprache. In der Prüfung schreibst du unter dem · vor das lieber aus.

Falle 01

ins oder im – ein Buchstabe ändert alles

Ich gehe ins Bad.

→ in das, Akkusativ, es gibt ein Ziel

Ich bin im Bad.

→ in dem, Dativ, es nennt den Ort

Beide sind kurz, beide beginnen mit in. Deshalb verwechselt man dieses Paar beim Sprechen am häufigsten. Es gibt einen einfachen Trick: Schau auf den letzten Buchstaben. Endet die Form auf -s, ist es Akkusativ (sie kommt von das). Endet sie auf -m, ist es Dativ (sie kommt von dem).

Verschmelzen gibt es nur bei das und dem. den und die verschmelzen nie. Deshalb schreibt man in den Park und in die Küche immer getrennt.

Falle 02

an, auf oder über?

Alle drei kann man mit „oben“ verwechseln, aber sie zeigen drei verschiedene Bilder. Viele kennen die Kasusregel gut und machen trotzdem hier einen Fehler.

Das Bild hängt an der Wand.

→ an = berührt eine senkrechte Fläche

Das Buch liegt auf dem Tisch.

→ auf = oben auf einer waagerechten Fläche

Die Lampe hängt über dem Tisch.

→ über = in der Luft, ohne Berührung

Der beste Beweis ist derselbe Tisch: Wir sitzen am Tisch. heißt, ihr sitzt am Tisch und esst. Die Katze sitzt auf dem Tisch. heißt, die Katze ist oben auf den Tisch geklettert. Ändert sich die Präposition, ändert sich das Bild. Der Kasus ist in beiden Sätzen Dativ.

04

Auch das Verb wechselt: legen ≠ liegen

Für „hinbringen“ und „dort sein“ nimmt das Deutsche zwei verschiedene Verben. Sie stehen in Paaren, und der Kasus jedes Paares ist fest: Die linke Seite hat immer den Akkusativ, die rechte Seite immer den Dativ.

wohin? + Akkusativ (du setzt, legst, stellst)wo? + Dativ (es bleibt)Bedeutung
legen — legte · hat gelegtliegen — lag · hat gelegenflach hinlegen · flach daliegen
stellen — stellte · hat gestelltstehen — stand · hat gestandenaufrecht hinstellen · aufrecht dastehen
setzen — setzte · hat gesetztsitzen — saß · hat gesessenjemanden auf einen Platz bringen · auf einem Platz sein
hängen — hängte · hat gehängthängen — hing · hat gehangenaufhängen · oben befestigt sein
stecken — steckte · hat gestecktstecken — steckte · hat gesteckthineinstecken · drinstecken

Die linke Spalte braucht ein Objekt (du legst etwas irgendwohin), die rechte nicht (etwas liegt dort). Das nennt man transitiv und intransitiv. Praktisch heißt das: Links stehen zwei Dinge im Satz, rechts eins.

Ich lege das Buch auf den Tisch.

→ Jemand legt etwas hin: Akkusativ

Das Buch liegt auf dem Tisch.

→ Es nennt den Ort: Dativ

Ich stelle die Flasche in den Kühlschrank.

→ Etwas, das aufrecht steht: stellen

Die Flasche steht im Kühlschrank.

Ich hänge die Jacke in den Schrank.

Die Jacke hängt im Schrank.

Wenn du zwischen legen und stellen schwankst, schau auf die Haltung des Gegenstands: Liegt er flach, nimm legen/liegen. Steht er aufrecht, nimm stellen/stehen. Ein Teller liegt auf dem Tisch (liegt), ein Glas steht dort (steht). Muttersprachler machen diesen Unterschied wirklich.

Falle 03

legte oder lag – in der Vergangenheit trennen sie sich

Im Präsens sehen die Paare ähnlich aus, in der Vergangenheit sind sie kaum wiederzuerkennen. Die Verben des Hinlegens sind regelmäßig, die Verben des Bleibens ändern den Stamm. Wenn du diese Tabelle einmal lernst, läuft die Regel von allein.

PräsensPräteritumPerfekt
Ich lege das Buch hin.Ich legte …Ich habe … gelegt.
Das Buch liegt da.Das Buch lag da.Das Buch hat da gelegen.
Ich stelle es hin.Ich stellte …Ich habe … gestellt.
Es steht da.Es stand da.Es hat da gestanden.
Ich setze mich hin.Ich setzte mich hin.Ich habe mich gesetzt.
Ich sitze da.Ich saß da.Ich habe da gesessen.

Alle bilden das Perfekt mit haben. In Süddeutschland und Österreich hörst du auch ist gelegen · ist gestanden · ist gesessen. Das ist regional und nicht falsch, aber in der Prüfung schreibst du haben.

Falle 04

hängen: dasselbe Wort, zwei Konjugationen

Das ist die hinterlistigste Zeile der Liste. Im Präsens sieht hängen in beiden Bedeutungen gleich aus: ich hänge · du hängst · er hängt. Nur der Kasus zeigt den Unterschied. Sobald du in die Vergangenheit gehst, trennen sich die beiden.

Ich hängte das Bild an die Wand.

→ Handlung des Aufhängens, regelmäßig, Akkusativ

Das Bild hing an der Wand.

→ Zustand, der Stamm ändert sich, Dativ

Ich habe das Bild an die Wand gehängt. · Das Bild hat an der Wand gehangen.

→ Auch im Perfekt trennen sie sich: gehängt (aufhängen) ↔ gehangen (hängen im Sinn von „dort sein“).

Falle 05

setzen braucht ein Reflexivpronomen

Ich setze auf den Stuhl.

→ Falsch: Die Frage „Wen setzt du?“ bleibt offen. Man hört die Lücke.

Ich setze mich auf den Stuhl.

→ Ohne anderes Objekt setzt du dich selbst: Das Reflexivpronomen ist Pflicht

Ich sitze auf dem Stuhl.

→ Sitzt du schon, fällt das Pronomen weg

Dieselbe Logik gilt für die anderen Paare: Ich lege mich ins Bett. (Ich lege mich hin.) ↔ Ich liege im Bett. (Ich bin im Bett.) · Ich stelle mich an die Kasse. (Ich gehe zur Kasse und stelle mich an.) ↔ Ich stehe an der Kasse. (Ich bin an der Kasse.).

Kurzregel: Wenn du ein Verb aus der linken Spalte ohne Objekt benutzt, setzt du mich · dich · sich ein. Gibt es ein Objekt, gibt es kein Pronomen: Ich setze das Kind auf den Stuhl.

05

Was kaum jemand erklärt: Bewegung ≠ Grenze

Die Regel „Bewegung heißt Akkusativ“ bricht genau hier zusammen. In den beiden Sätzen unten läufst du, es gibt also die ganze Zeit Bewegung. Trotzdem sind die Kasus verschieden.

Ich laufe im Park.

→ Du bist von Anfang bis Ende im Park, keine Grenze wird überschritten: Dativ

Ich laufe in den Park.

→ Du warst draußen, jetzt gehst du hinein: Akkusativ

Die Regel heißt in Wahrheit nicht Bewegung, sondern Grenze. Die richtige Frage lautet: Betrittst du den Bereich, den die Präposition beschreibt? Wenn nicht, ist es Dativ, egal wie schnell du dich bewegst. Wenn ja, ist es Akkusativ, auch wenn du keine Bewegung siehst.

SatzSituationGrund
Ich schwimme im See.Du bist schon im See.du bleibst im See, keine Grenze → Dativ
Ich springe in den See.Du bist erst draußen.du gehst von außen nach innen → Akkusativ
Wir tanzen in der Küche.Ihr seid schon in der Küche.Tanzen ist Bewegung, aber ihr verlasst die Küche nicht → Dativ
Wir gehen in die Küche.Ihr seid noch woanders.ihr wechselt den Raum → Akkusativ
Das Kind rennt auf dem Spielplatz.Das Kind ist schon dort.innerhalb des Spielplatzes → Dativ
Das Kind rennt auf den Spielplatz.Das Kind ist noch draußen.es betritt den Bereich → Akkusativ
Die Katze läuft unter dem Tisch.Die Katze ist schon darunter.schon darunter → Dativ
Die Katze läuft unter den Tisch.Die Katze ist noch daneben.sie kommt darunter → Akkusativ

Dasselbe Verb, dieselbe Präposition, dasselbe Nomen. Die Antwort ändert sich nur dadurch, ob eine Grenze überschritten wird.

Es gibt auch die andere Seite: Sätze, in denen von außen keine Bewegung zu sehen ist, können den Akkusativ haben. Denn dort kommt etwas an einem Ziel an.

Ich hänge das Bild an die Wand.

→ Das Bild war nicht an der Wand, jetzt kommt es dort an: Akkusativ

Der Lehrer schreibt das Wort an die Tafel.

→ Das Wort „kommt“ an der Tafel „an“: Akkusativ

Das Wort steht an der Tafel.

→ Jetzt ist es dort: Dativ

Bonus: Bei über ändert der Unterschied zwischen den beiden Kasus die Bedeutung ganz. Wir fahren über die Brücke. = wir überqueren die Brücke (Akkusativ, wir kommen auf der anderen Seite an). Die Wolken sind über der Brücke. = die Wolken sind oberhalb der Brücke (Dativ, sie bleiben dort).

06

Drei Stellen, an denen die Regel gar nicht gilt

Alles bisher gilt für Sätze, die einen Ort nennen. An drei Stellen greift diese Logik überhaupt nicht. Geh bewusst damit um, sonst führt dich die Regel, die du kennst, in die Irre.

Ausnahme 01

Wenn das Verb den Kasus festlegt, gibt es keine Logik

Manche Verben sind fest mit einer Präposition verbunden, und diese Verbindung bestimmt den Kasus. Es gibt weder einen Ort noch eine Bewegung. Wenn du die Regel anwendest, machst du einen Fehler. Das ist ein eigenes Thema: Verb + Präposition lernen.

MusterBeispielBedeutung
denken an + AkkIch denke an dich.jemanden im Kopf haben
warten auf + AkkIch warte auf den Bus.bleiben, bis er kommt
sich freuen auf + AkkIch freue mich auf das Wochenende.Vorfreude haben
sich erinnern an + AkkIch erinnere mich an den Tag.etwas im Gedächtnis haben
sich vorbereiten auf + AkkIch bereite mich auf die Prüfung vor.sich bereit machen

Auffällig ist das Muster: Bei an · auf · über steht meist der Akkusativ, bei unter · vor und teilnehmen an · arbeiten an der Dativ. Das ist aber keine Regel, sondern eine Beobachtung. Schreib beim Lernen eines Verbs die Präposition und den Kasus als ein Stück auf.

MusterBeispielBedeutung
sich ärgern über + AkkIch ärgere mich über den Lärm.wütend über etwas sein
teilnehmen an + DatIch nehme am Kurs teil.bei etwas dabei sein
arbeiten an + DatIch arbeite an einem Projekt.sich mit einer Aufgabe beschäftigen
leiden unter + DatSie leidet unter dem Stress.etwas Schlimmes aushalten müssen
Angst haben vor + DatIch habe Angst vor dem Hund.sich vor etwas fürchten

Auffällig ist das Muster: Bei an · auf · über steht meist der Akkusativ, bei unter · vor und teilnehmen an · arbeiten an der Dativ. Das ist aber keine Regel, sondern eine Beobachtung. Schreib beim Lernen eines Verbs die Präposition und den Kasus als ein Stück auf.

Ein kleiner, aber häufig gefragter Unterschied: sich freuen auf gilt für etwas Zukünftiges (Ich freue mich auf den Urlaub. – Der Urlaub kommt noch), sich freuen über gilt für etwas, das schon passiert ist (Ich freue mich über dein Geschenk. – Ich habe das Geschenk schon). Beide haben den Akkusativ. Nur die Zeit ändert sich.

Ausnahme 02

Bei Zeitangaben immer Dativ

Wenn an · in · vor eine Zeit angeben, gibt es keine Wahl: immer Dativ. Frag nicht „geht es auf eine Zeit zu?“. Diese Frage gibt es hier nicht.

am Montag · am Wochenende · am Abend

→ an dem, immer Dativ

im Sommer · im Januar · in der Nacht

→ in dem / in der, immer Dativ

vor drei Jahren · vor dem Essen

→ Dativ

Die Regel mit dem Plural-–n gilt auch hier: drei Jahre → vor drei Jahren. Beim Schreiben vergisst man diesen Buchstaben am häufigsten.

Ausnahme 03

Bei allen anderen Präpositionen ist der Kasus sowieso fest

Die teuerste falsche Verallgemeinerung lautet: „Wenn es eine Richtung ist, nimm den Akkusativ.“ Nein. Die Regel gilt nur für diese neun Präpositionen. Sobald du eine andere Präposition siehst, steht der Kasus schon fest.

Immer DativBeispielImmer AkkusativBeispiel
nachIch fahre nach Berlin.durchWir gehen durch den Park.
zuIch gehe zum Arzt.umWir gehen um den See.
ausIch komme aus der Türkei.gegenDas Auto fährt gegen den Baum.
vonIch komme von der Arbeit.fürDas ist für meinen Bruder.
beiIch bin bei meiner Schwester.ohneIch komme ohne meinen Mantel.

nach Berlin und zum Arzt sind sehr deutliche Richtungsangaben, und trotzdem steht der Dativ. Denn nach und zu gehören nicht zu diesen neun.

Zwei weitere Ausdrücke gehören in dieselbe Falle, deshalb merk sie dir extra: Ich bin zu Hause. und Ich gehe nach Hause. Hier gibt es weder in dem Haus noch in das Haus. Beide sind feste Wendungen.

07

Jede der neun hat eine eigene Seite

Alles bisher erklärt die Regel: Dativ bei der Frage wo?, Akkusativ bei wohin?. Aber jede Präposition hat auch ihre eigene Geschichte. an zeigt auch Tage (am Montag), über im Sinn von „Thema“ fällt aus der Regel und verlangt immer den Akkusativ, vor heißt bei der Zeit „früher“, und dort ändert sich der Kasus nie. Jede der folgenden Seiten behandelt genau eine Präposition ausführlich.

Neun Wechselpräpositionen

Präpositionen mit festem Kasus (für · mit · aus · bei…) gehören nicht zu dieser Gruppe. Ihre Liste und ihre einzelnen Seiten findest du auf der Seite zu den Präpositionen.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Wir sind ___ Kino. (Frage: wo?)

    Antwort zeigen

    im — Der Satz nennt einen Ort, deshalb steht der Dativ (in dem = im).

  • Ich laufe jeden Morgen ___ Park.

    Antwort zeigen

    im. Du läufst, es gibt also die ganze Zeit Bewegung. Aber du läufst jeden Morgen im Park und überschreitest seine Grenze nicht. Der Satz nennt einen Ort: Dativ, in dem → im. Mit in den Park hieße der Satz: „Ich laufe jeden Morgen in den Park hinein.“

  • Stell die Flasche bitte ___ Kühlschrank.

    Antwort zeigen

    in den. stellen bringt etwas irgendwohin, die Flasche kommt im Kühlschrank an → Akkusativ. der Kühlschrank ist maskulin und heißt im Akkusativ den. Beschreibst du das Ergebnis, ändert sich der Kasus: Die Flasche steht im Kühlschrank.

08

Ändere dein Heft

Dieses Thema löst man nicht durch „Lernen“, sondern durch eine andere Art, aufzuschreiben. Solange du das Verb allein notierst, musst du den Kasus in jedem Satz neu raten.

  • Nicht so: legen = hinlegen
  • Sondern so: legen (+ Akk) ↔ liegen (+ Dat) = hinlegen ↔ daliegen

Schreib das Verb als Paar auf und setz den Kasus daneben. Im Deutschen gibt es nicht die eine Schublade „hinlegen“: Das Verb, das bewegt, und das Verb, das bleibt, sind zwei verschiedene Wörter mit zwei verschiedenen Kasus.

  • Schritt 1 – Schau im Satz zuerst auf das Ziel, nicht auf das Verb. Kommt etwas an einem neuen Ort an?
  • Schritt 2 – Stell dem Satz die Frage wohin? Bekommst du eine Antwort, ist es Akkusativ. Klingt die Frage komisch, frag wo?, dann ist es Dativ.
  • Schritt 3 – Finde den Artikel: Maskulin ist den / dem, feminin die / der, Neutrum das / dem, Plural die / den + –n.
  • Schritt 4 – Bilde einmal am Tag ein Satzpaar für fünf Gegenstände in deinem Zimmer: Ich stelle die Tasse auf den Tisch. — Die Tasse steht auf dem Tisch. Nach zwei Wochen entscheidest du, ohne nachzudenken.

Eine Kontrolle, die kaum jemand nennt: Jeder Artikel, der auf –m endet, ist Dativ. dem · einem · meinem · ihrem – ohne Ausnahme. Umgekehrt stimmt es nicht (der feminine Dativ ist der). Aber sobald du beim Lesen deines Satzes ein -m siehst, kannst du bestätigen: „Hier steht ein Ort.“

Noch eine letzte Tür: In der Alltagssprache trennen Muttersprachler wohin und woher in zwei Teile. Im Lehrbuch siehst du das kaum, aber auf der Straße hörst du es am ersten Tag.

Wohin gehst du? = Wo gehst du hin?

→ Beide sind richtig, die zweite Form hört man viel häufiger

Woher kommst du? = Wo kommst du her?

Dasselbe Teilchen hin klebt auch an Verben und gibt dir ein kostenloses Signal: Steckt hin in hinlegen · hinstellen · hinsetzen, geht der Satz zu einem Ziel, also Akkusativ. Setz dich hin! · Leg dich hin!

09Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. wohin? → Akkusativ · wo? → Dativ

    Fragst du nach der Richtung einer Bewegung, steht der Akkusativ. Fragst du nach dem Ort, an dem etwas ist, steht der Dativ. Dieselbe Präposition kann mit beiden Kasus stehen. Die Frage entscheidet.

    Ich gehe ins Kino. · Ich bin im Kino.

  2. Verbpaare: hinbringen / dort bleiben

    legen · stellen · hängen · setzen bringen etwas irgendwohin → Akkusativ. liegen · stehen · hängen · sitzen bleiben dort → Dativ.

    Ich lege das Buch auf den Tisch. → Es liegt auf dem Tisch.

  3. Verschmelzungen: am · im · ins · ans

    an dem = am, in dem = im, in das = ins, an das = ans. Die Verschmelzung versteckt den Kasus. Ohne die Langform kannst du den Kasus nicht wählen.

    im Park (Dativ) · ins Kino (Akkusativ)

  4. Das Perfekt der Verben des Bleibens ist unregelmäßig

    liegen → gelegen, hängen → gehangen (im Sinn von „dort sein“), stehen → gestanden. hängen im Sinn von „aufhängen“ ist dagegen regelmäßig: gehängt.

    Das Bild hat an der Wand gehangen.

  • Ich gehe im Kino.

    Ich gehe ins Kino.

    Gehen ist eine Richtung: wohin? → Akkusativ → ins.

  • Stell die Flasche in dem Kühlschrank.

    Stell die Flasche in den Kühlschrank.

    stellen bringt etwas irgendwohin. Es nennt eine Richtung und verlangt den Akkusativ.

  • Das Buch legt auf dem Tisch.

    Das Buch liegt auf dem Tisch.

    Was einfach dort ist, drückt man mit liegen aus. legen heißt, dass jemand etwas hinlegt.

  • Das Bild hat an der Wand gehängt.

    Das Bild hat an der Wand gehangen.

    hängen im Sinn von „dort sein“ ist unregelmäßig: gehangen.

0906:50

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Ich hänge das Bild Wand.

an die. Das Bild war nicht an der Wand. Durch das Aufhängen kommt es dort an. Eine Grenze wird überschritten, also Akkusativ. die Wand ist feminin und bleibt deshalb auch im Akkusativ die. Das Gegenstück: Das Bild hängt an der Wand. – jetzt ist es dort, Dativ.

Ich laufe jeden Morgen Park.

im. Du läufst, es gibt also die ganze Zeit Bewegung. Aber du läufst jeden Morgen im Park und überschreitest seine Grenze nicht. Der Satz nennt einen Ort: Dativ, in dem → im. Mit in den Park hieße der Satz: „Ich laufe jeden Morgen in den Park hinein.“

Stell die Flasche bitte Kühlschrank.

in den. stellen bringt etwas irgendwohin, die Flasche kommt im Kühlschrank an → Akkusativ. der Kühlschrank ist maskulin und heißt im Akkusativ den. Beschreibst du das Ergebnis, ändert sich der Kasus: Die Flasche steht im Kühlschrank.

Das Buch schon zwei Wochen auf meinem Tisch.

liegt. Im Satz steht auf meinem Tisch. Siehst du ein -m, ist es Dativ, und zum Dativ passt das Verb des Bleibens. legen braucht ein Objekt und hätte den Akkusativ: Ich lege das Buch auf meinen Tisch.

Ich nehme Deutschkurs teil.

am. Die Logik von wohin/wo gilt hier gar nicht: teilnehmen an ist ein fester Verb-Präposition-Block und hat immer den Dativ. der Deutschkurs → an dem → am. Dieselbe Familie: arbeiten an + Dat, leiden unter + Dat.

Das Bild hat jahrelang an der Wand .

gehangen. Im Präsens sieht hängen wie ein einziges Wort aus, in der Vergangenheit teilt es sich in zwei. hängen im Sinn von „dort sein“ ändert den Stamm: hing · hat gehangen. Das Aufhängen ist regelmäßig: Ich habe das Bild an die Wand gehängt.
+7 Thema abschließen: ganzer Test 13 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

0/6 · Fragen beantwortet

Arbeitsblatt

Merkkarte Wechselpräpositionen

Diese ganze Seite – Tabellen, Stolperfallen, Beispiele – als ein PDF. Herunterladen, ausdrucken und vor der Prüfung noch einmal durchgehen.