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Thementest · B1

Vermutung mit Modalverben Test

13Fragen
8Minuten
60 %Bestehensgrenze

Eine Frage nach der anderen, die Zeit läuft. Die Lösungen bleiben wie in der Prüfung verdeckt: Am Ende siehst du alle mit Erklärung. Mit 60 % ist das Thema abgeschlossen.

Thementest

13 Fragen, von leicht bis schwer

Wähl eine Antwort und drück «Weiter». Du kannst zurückgehen und ändern. Was leer bleibt, zählt als falsch.

Was bedeutet „Er muss krank sein“?

Er ist bestimmt krank. Danach steht keine Handlung, sondern ein Zustand (krank sein). Das zeigt: Das Modalverb drückt eine Vermutung aus.

Man sagt, dass er reich ist. Welcher Satz passt?

Er soll reich sein. sollen zeigt, dass die Information von anderen kommt.

Was bedeutet „Er will Arzt sein“?

Er behauptet, Arzt zu sein. Für „Er möchte Arzt werden“ sagt man Er will Arzt werden. Der Unterschied von einem Wort zwischen sein und werden dreht die Bedeutung um.

Er muss krank . (Vermutung über die Vergangenheit)

gewesen sein. Muster für die Vermutung über die Vergangenheit: Modalverb + Partizip II + Infinitiv des Hilfsverbs. Das Hilfsverb wird nicht konjugiert.

Eine Zeitung schreibt „Der Täter soll 30 Jahre alt sein“. Was bedeutet das?

Sie berichtet es nur. sollen bedeutet in Nachrichten: „Dafür bin ich nicht verantwortlich.“ Wer das nicht kennt, hält die Meldung für eine sichere Tatsache.

Der Chef noch im Büro sein. (vorsichtige Vermutung: wahrscheinlich noch im Büro)

dürfte. Auf der Skala der Sicherheit ist das die vorsichtige Vermutung mit 75 %. Verwechsle es nicht mit darf: dürfte ist hier eine Form des Konjunktiv II und hat keine Bedeutung von Erlaubnis. Mit muss hättest du 95 % Sicherheit („Er ist bestimmt im Büro“), mit soll Hörensagen („Man sagt, er ist im Büro“).

Welcher Satz sagt: Das ist unmöglich?

Das kann nicht stimmen. Ganz unten auf der Skala steht kann nicht = 0 %, also Unmöglichkeit. Das muss nicht stimmen bedeutet „Es ist nicht sicher wahr“ – das ist nur Zweifel, keine Unmöglichkeit. Das soll nicht stimmen ist Hörensagen: „Man sagt, es stimmt nicht.“

Sie will Lehrerin . (Berufswunsch)

werden. Das Werden – also ein Berufsziel – bildest du mit werden. Mit Sie will Lehrerin sein würde sich der Sinn umdrehen: „Sie behauptet, Lehrerin zu sein.“ gewesen sein würde diese Behauptung in die Vergangenheit legen: „Sie behauptet, Lehrerin gewesen zu sein.“ Ein Wort, ganz anderer Sinn.

Der Angeklagte will nichts gewusst haben.

Der Angeklagte sagt, er wusste nichts – der Autor glaubt ihm nicht. wollen gibt in dieser Bedeutung die eigene Behauptung der Person wieder und fügt Zweifel hinzu. Es ist das Zeichen des Zweifels in Gerichts- und Polizeimeldungen. Das Erkennungszeichen ist der Infinitiv Perfekt am Ende – gewusst haben (Partizip II + haben). „Möchte nichts wissen“ hätte einen einfachen Infinitiv: Der Angeklagte will nichts wissen. Für „Man sagt, er wusste nichts“ braucht man die Stimme der anderen, also sollen: Der Angeklagte soll nichts gewusst haben.

Das stimmen. (wahrscheinlich richtig – vorsichtige Vermutung)

dürfte – der Konjunktiv II von dürfen. Die vorsichtigste Stufe der Vermutungsleiter: muss heißt „sicher“, dürfte heißt „wahrscheinlich“. darf bedeutet Erlaubnis, keine Vermutung.

Der Satz Er muss krank sein. sagt, dass er ganz sicher krank ist und es keine andere Möglichkeit gibt.

Wenn müssen eine Vermutung ausdrückt, bedeutet es eine starke Vermutung (90–95 %), aber keine hundertprozentige Sicherheit.

Bei einer mittleren Wahrscheinlichkeit (50 %) – „möglich“ – verwendest du könnte oder das Modalverb .

kann. Die Modalverben könnte (Konjunktiv II) oder kann zeigen, dass etwas möglich ist (50 % Wahrscheinlichkeit).

Bilde einen Satz: Etwas ist unmöglich wahr. (Vermutung, 0 %)

Tipp die Teile an und bau den Satz

Das kann nicht stimmen. Die Struktur nicht können drückt aus, dass die Wahrscheinlichkeit für etwas null ist (unmöglich).
Kurzregeln

Die Regeln in drei Zeilen

Das ganze Thema steht auf einer eigenen Seite. Hier ist nur der Kern, den du für den Test brauchst.

  1. Modalverb + sein = Vermutung

    Folgt auf das Modalverb keine Handlung, sondern ein Zustand (krank sein · zu Hause sein), dann drückt es keine Pflicht aus, sondern eine Vermutung. Er muss arbeiten = Er ist verpflichtet zu arbeiten; Er muss krank sein = Er ist bestimmt krank.

    Er muss krank sein. · Sie dürfte schon zu Hause sein.

  2. Die Leiter der Sicherheit

    Wenn du im selben Satz das Modalverb tauschst, ändert sich die Stärke der Vermutung: muss (sicher) → dürfte (wahrscheinlich) → könnte (möglich) → kann nicht (unmöglich).

    Das muss stimmen. → Das dürfte stimmen. → Das könnte stimmen. → Das kann nicht stimmen.

  3. sollen und wollen berichten, sie vermuten nicht

    sollen = andere sagen es (Zeitungssprache). wollen = eigene Behauptung des Subjekts, der Autor bleibt auf Abstand. Keines von beiden ist die Vermutung des Sprechers; sie zeigen die Quelle.

    Er soll reich sein. (man sagt das) · Er will Arzt sein. (er behauptet es)

  4. Vermutung über die Vergangenheit: Partizip II + sein/haben

    Bezieht sich die Vermutung auf die Vergangenheit, steht statt des Infinitivs der Infinitiv Perfekt: gewesen sein · gemacht haben. Das Modalverb wird weiter konjugiert, der Rest bleibt unverändert.

    Er muss krank gewesen sein. · Sie will nichts gewusst haben.

Stolperfallen

Oft verwechselt

Hier passieren die typischen Fehler. Die schweren Fragen kommen genau von hier.

  • Er muss krank gewesen ist.

    Er muss krank gewesen sein.

    Nach dem Modalverb steht immer ein Infinitiv. Auch im Perfekt bleibt es ein Infinitiv – nicht das konjugierte ist, sondern der Infinitiv sein.

  • Er soll krank sein – ich glaube, er ist krank.

    Er soll krank sein – das sagen die Leute.

    sollen gibt weiter, was man gehört hat, nicht die Meinung des Sprechers. Für die eigene Vermutung brauchst du dürfte oder muss.

  • Das darf stimmen.

    Das dürfte stimmen.

    Die Bedeutung „Vermutung“ steckt im Konjunktiv II von dürfen (dürfte). Das normale darf bedeutet Erlaubnis.

  • Sie will Lehrerin sein – sie möchte Lehrerin werden.

    Sie will Lehrerin werden – sie möchte Lehrerin werden.

    Der Wechsel in einen Beruf wird mit werden ausgedrückt. wollen mit Lehrerin sein bedeutet: „Sie behauptet, Lehrerin zu sein.“