Bäckerin wollte sie nicht immer werden. Zehn Jahre lang hat sie als Krankenschwester in einem großen Krankenhaus gearbeitet, meistens nachts. »Die Arbeit war wichtig, und ich war zufrieden. Aber ich habe immer davon geträumt, etwas Eigenes zu haben.«
Vor fünf Jahren hat sie die kleine Bäckerei von einem älteren Kollegen übernommen, der in Rente ging. Der Anfang war schwer. Sie hatte wenig Geld, kannte niemanden in der Branche und musste fast alles allein machen: backen, verkaufen, putzen. In den ersten Monaten hat sie manchmal überlegt, wieder ins Krankenhaus zurückzugehen.
Heute arbeiten vier Menschen bei ihr, zwei davon in Teilzeit. Ihr Brot ist in der ganzen Nachbarschaft bekannt; am Wochenende stehen die Leute manchmal bis auf die Straße. »Das freut mich natürlich«, sagt sie, »müde bin ich trotzdem.«
Urlaub macht sie selten. In diesem Sommer will sie zum ersten Mal seit drei Jahren zwei Wochen wegfahren — ans Meer. Die Bäckerei bleibt so lange geschlossen. »Meine Kunden verstehen das. Und wenn nicht, kommen sie eben danach wieder.«