Früher war mein Handy das Letzte, was ich vor dem Einschlafen gesehen habe, und das Erste beim Aufwachen. Oft habe ich abends im Bett noch "nur kurz" die Nachrichten gecheckt oder bin in sozialen Netzwerken versackt. Plötzlich war es Mitternacht, und am nächsten Morgen fühlte ich mich gerädert.
Der Wendepunkt kam nach einer besonders schlechten Nacht. Ich wachte auf, las eine berufliche E-Mail, ärgerte mich und konnte zwei Stunden lang nicht wieder einschlafen. Am nächsten Tag kaufte ich mir einen klassischen Wecker und verbannte das Smartphone ins Wohnzimmer.
Die erste Woche war hart. Ich hatte regelrechte Entzugserscheinungen und griff immer wieder nach dem Nachttisch, wo nur noch der Wecker stand. Aber dann passierte das Wunder: Ich fing an, vor dem Einschlafen wieder Bücher zu lesen. Keine beleuchteten Bildschirme mehr, nur noch bedrucktes Papier.
Inzwischen schlafe ich viel schneller ein und wache erholter auf. Ich habe das Gefühl, dass ich am Tag konzentrierter bin. Mein Gehirn kann sich nachts endlich ausruhen, ohne ständige Benachrichtigungen.
Manche Freunde finden das seltsam. Sie sagen, sie nutzen ihr Handy als Wecker oder hören damit abends Podcasts. Das ist völlig in Ordnung. Ich will niemanden bekehren. Für mich persönlich war es jedoch die beste Entscheidung des Jahres.