Am Anfang war ich sicher, dass ich spätestens nach zwei Monaten wieder eines kaufen würde. Ich wohne in einem Vorort von Dortmund, und der Bus fährt hier nur alle dreißig Minuten. Zur Arbeit brauchte ich mit dem Auto zwanzig Minuten; mit Bus und Bahn sind es fünfzig.
Die ersten Wochen waren tatsächlich anstrengend. Ich habe zwei Termine verpasst, weil ein Zug ausgefallen ist, und einmal stand ich eine halbe Stunde im Regen an der Haltestelle. Meine Kollegen fanden das Ganze sehr lustig und haben gewettet, wie lange ich durchhalte. Der Kollege, der auf drei Wochen getippt hatte, schuldet mir bis heute ein Mittagessen.
Dann hat sich etwas verändert. Ich habe angefangen, die fünfzig Minuten zu nutzen. Ich lese wieder Bücher, ungefähr eines pro Woche — früher habe ich im Auto Radio gehört und mich über den Verkehr geärgert. Und ich gehe viel mehr zu Fuß. Mein Arzt hat beim letzten Termin gesagt, meine Werte seien besser als vor zwei Jahren.
Nicht alles ist gut. Großeinkäufe sind ein Problem; dafür leihe ich mir einmal im Monat ein Auto. Und wenn meine Mutter mich abends anruft, weil sie Hilfe braucht, dauert es fast eine Stunde, bis ich bei ihr bin. Das ärgert mich wirklich, und ich habe deswegen schon zweimal überlegt aufzugeben.
Trotzdem: Ich habe im letzten Jahr etwa dreitausend Euro gespart, und ein neues Auto kaufe ich nicht. Aber ich sage niemandem, dass er es genauso machen soll. Das muss jeder für sich entscheiden — bei mir hat es gepasst, bei meinem Nachbarn mit drei Kindern wäre es Unsinn.