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Fragesätze

Fragesätze

Es gibt zwei Arten von Fragesätzen: Die W-Frage beginnt mit einem Fragewort, die Ja/Nein-Frage beginnt mit dem Verb: Wo wohnst du?

„Wo du gehst?“ – das ist auch im Alltag kein richtiger Fragesatz. Bei der W-Frage steht das Verb direkt nach dem Fragewort, bei der Ja/Nein-Frage steht es ganz vorne. Der Satz wird also neu geordnet.

01

Zwei Arten von Fragen, zwei Satzstellungen

KurzregelIn der W-Frage steht das Verb auf Position zwei, in der Ja/Nein-Frage auf Position eins.

Im Aussagesatz steht das Verb an zweiter Stelle: Du wohnst in Berlin. Diese Regel gilt auch in der Frage. Es ändert sich nur, was vor dem Verb steht.

ArtSatzstellungBeispiel
W-FrageFragewort → Verb → SubjektWo wohnst du?
Ja/Nein-FrageVerb → SubjektWohnst du in Berlin?
Aussagesatz (zum Vergleich)Subjekt → VerbDu wohnst in Berlin.

In allen drei Zeilen ist das Verb gleich: wohnst. Es ändert sich nur, was davor steht. Nicht das Fragezeichen macht die Frage, sondern die Satzstellung.

Sprichst du Deutsch?

→ Verb am Anfang

Du sprichst Deutsch?

→ Frage nur durch die Stimme – im Alltag möglich, in der Prüfung nicht

02

Fragewörter – die vollständige Liste

FragewortFrage nachBeispiel
werPersonWer kommt heute?
wasSacheWas machst du?
woOrtWo ist die Post?
wohinRichtung (Ziel)Wohin gehst du?
woherHerkunftWoher kommst du?
wannZeitWann beginnt der Kurs?
FragewortFrage nachBeispiel
warumGrundWarum lernst du Deutsch?
wieArt und WeiseWie geht es dir?
wie viel · wie vieleMenge · AnzahlWie viele Kinder hast du?
welcher · welche · welchesAuswahl (steht mit Nomen, wird dekliniert)Welches Buch liest du?
wenPerson (Akkusativ)Wen siehst du?
wemPerson (Dativ)Wem hilfst du?

wer · wen · wem sind Formen desselben Wortes – wie ich · mich · mir. Welche Form du brauchst, sagt das Verb: helfen verlangt den Dativ, deshalb heißt es wem.

  • wo fragt nach dem Ort, wohin fragt nach der Richtung. woher fragt nach der Herkunft. Drei Wörter, drei Bedeutungen.
  • wie viel steht bei Dingen, die man nicht zählen kann (Wie viel Zeit?), wie viele bei Dingen, die man zählen kann (Wie viele Bücher?).
  • welcher steht nie allein. Es kommt immer mit einem Nomen und richtet sich nach dem Genus dieses Nomens.
03

Antworten: ja · nein · doch

Bei einer verneinten Frage ist „ja“ nicht eindeutig. Deshalb gibt es im Deutschen ein drittes Wort: doch. Es widerspricht der Verneinung.

FrageAntwortBedeutung
Hast du Zeit?Ja, ich habe Zeit.positive Antwort auf eine positive Frage
Hast du Zeit?Nein, ich habe keine Zeit.negative Antwort auf eine positive Frage
Hast du keine Zeit?Doch, ich habe Zeit.einer verneinten Frage widersprechen
Hast du keine Zeit?Nein, ich habe keine Zeit.einer verneinten Frage zustimmen

Die Regel in einem Satz: Ist die Frage verneint und du sagst „Doch, es ist so!“, dann lautet deine Antwort doch. Bis das ein Reflex wird, braucht es etwas Zeit.

— Kommst du nicht mit? — Doch, ich komme!

— Kommst du nicht mit? — Ja, ich komme!

→ verwirrend: Man kann es auch als „Ja, ich komme nicht mit“ verstehen

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • — Kommst du nicht mit? — ___, ich komme!

    Antwort zeigen

    Doch, doch — Doch. Damit widerspricht man einer verneinten Frage und antwortet positiv.

  • Der Satz „Wo du wohnst?“ ist ein richtiger Fragesatz, um nach dem Wohnort zu fragen.

    Antwort zeigen

    Falsch. Direkt nach dem Fragewort (wo) muss das Verb (wohnst) stehen: Wo wohnst du?.

  • Du fragst nach der Person, der du hilfst. →

    Antwort zeigen

    Wem hilfst du? — Wem. helfen verlangt den Dativ, deshalb steht auch das Fragewort im Dativ.

04

Drei Fallen

FALLE 01

Das Verb nicht direkt nach dem Fragewort

Wo du wohnst? hat die Satzstellung eines Nebensatzes, das ist keine Frage. Direkt nach dem Fragewort muss das Verb stehen: Wo wohnst du?

FALLE 02

wo und wohin verwechseln

Wo gehst du? ✗ – wo fragt nur nach dem Ort. Bei einer Bewegung nimmst du wohin: Wohin gehst du? ✓. Dieselbe Logik gilt in der Antwort: Ich gehe in die Stadt (Richtung) · Ich bin in der Stadt (Ort).

FALLE 03

Bei trennbaren Verben die Vorsilbe vorne lassen

Auch in der Frage geht die Vorsilbe ans Satzende: Wann rufst du mich an? ✓ · Wann anrufst du mich? ✗. Der konjugierte Teil des Verbs steht vorne, die Vorsilbe ganz am Ende.

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. W-Frage: Fragewort + Verb + Subjekt

    Wo wohnst du? · Was kostet das? – das Verb bleibt auf Position zwei.

    Wo wohnst du?

  2. Ja/Nein-Frage: Verb an den Anfang

    Ohne Fragewort rückt das Verb nach vorn: Kommst du? · Hast du Zeit?

    Kommst du morgen?

  3. Die drei Wörter wo · wohin · woher

    Ort · Richtung · Herkunft: drei Wörter mit drei Bedeutungen.

    Woher kommst du?

  4. Das Fragepronomen steht im passenden Kasus

    wer (Nominativ) · wen (Akkusativ) · wem (Dativ). Das Fragepronomen steht in dem Kasus, den das Verb verlangt: Wem hilfst du?

    Wem gehört diese Tasche?

  • Wo fährst du im Urlaub?

    Wohin fährst du im Urlaub?

    Für die Richtung braucht man wohin; wo fragt nur nach dem Ort.

  • Wer hilfst du?

    Wem hilfst du?

    helfen verlangt den Dativ, also steht auch das Fragepronomen im Dativ.

  • Hast du keinen Hunger? — Ja, ich habe Hunger.

    — Doch, ich habe Hunger.

    Einer verneinten Frage widerspricht man mit doch.

  • Was das kostet?

    Was kostet das?

    In der direkten Frage steht das Verb an zweiter Stelle; nur die INDIREKTE Frage schickt das Verb ans Ende.

0505:40

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Du fragst nach dem Wohnort. →

Wo wohnst du? Nach dem Fragewort kommt das Verb, das Subjekt rutscht auf Position drei.

Du fragst nach dem Ziel der Urlaubsreise. →

Wohin – es gibt eine Bewegung, also fragst du nach der Richtung. wo fragt nach dem Ort, woher nach der Herkunft.

— Hast du keinen Hunger? — , ich habe Hunger!

Doch. Du widersprichst einer verneinten Frage. Dafür gibt es im Deutschen ein eigenes Wort.

Du fragst nach der Person, der du hilfst. →

Wem. helfen verlangt den Dativ, deshalb steht auch das Fragewort im Dativ.

Du willst wissen, wann dich jemand anruft. →

Wann rufst du mich an? Bei trennbaren Verben geht die Vorsilbe ans Satzende.

Du fragst nach der Anzahl der Geschwister. →

Wie viele – bei zählbaren Nomen steht die Pluralform.
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Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

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