Genau

kein & nicht

kein und nicht

kein und nicht sind die zwei wichtigsten Wörter für die Verneinung: kein verneint ein Nomen (Ich habe kein Auto), nicht verneint alles andere.

kein oder nicht – im Deutschen gibt es zwei Wörter für die Verneinung. Du musst dich in jedem Satz entscheiden. Die Entscheidung dauert drei Sekunden: Verneinst du ein Nomen oder nicht?

01

Nur eine Frage: Verneinst du ein Nomen?

KurzregelNomen ohne Artikel oder mit ein → kein, sonst nicht. Drei Sekunden: Verneinst du ein Nomen oder das Verb?

Eine Frage entscheidet: Fehlt etwas ganz („gar kein …“), oder ist etwas nicht so? Fehlt ein Nomen, nimmst du kein. Bei allem anderen nimmst du nicht.

Ich habe kein Auto.

→ Das Nomen selbst fehlt

Das Auto ist nicht neu.

→ Das Adjektiv wird verneint

Ich habe nicht ein Auto.

→ Falsch: nicht ein gibt es nicht, das heißt kein.

Merk dir so: kein = nicht + ein, in einem Wort. Deshalb stehen die beiden nie nebeneinander.

02

Der Drei-Sekunden-Ablauf

  • 1 · Verneinst du ein Nomen? Wenn nicht → nicht.
  • 2 · Wenn ja: Steht vor dem Nomen ein/eine oder gar kein Artikel? → kein.
  • 3 · Steht vor dem Nomen der/die/das oder mein/dein? → nicht.
PositivNegativWarum
Ich habe ein Auto.Ich habe kein Auto.ein → kein
Ich trinke Kaffee.Ich trinke keinen Kaffee.Nomen ohne Artikel → kein
Ich habe das Auto.Ich habe das Auto nicht.bestimmter Artikel → nicht
Das ist mein Buch.Das ist nicht mein Buch.Possessivartikel → nicht
Ich komme heute.Ich komme heute nicht.kein Nomen → nicht

Den Unterschied hörst du auch in der Bedeutung: kein Auto = Ich habe gar kein Auto. das Auto nicht = Nicht dieses Auto (ein anderes schon).

03

kein wird dekliniert – wie ein, aber mit Plural

kein wird genau wie ein dekliniert. Ein Unterschied: ein hat keinen Plural, kein hat einen – denn „gar keine“ braucht man auch bei mehreren Dingen.

der (maskulin)die (feminin)das (neutral)Plural
Nominativkeinkeinekeinkeine
Akkusativkeinenkeinekeinkeine
Dativkeinemkeinerkeinemkeinen

Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum – genau wie bei ein → einen, der → den. Deshalb heißt es Ich trinke keinen Kaffee (der Kaffee), aber Ich trinke keine Milch (die Milch).

Dieselben Endungen gelten für mein · dein · sein · ihr. Wenn die kein-Tabelle sitzt, hast du fünf Wörter auf einmal gelernt.

04

Wo steht nicht? – das eigentliche Problem

Der Platz von nicht ist nicht fest, aber die Regel ist einfach: Es steht am Satzende – nur vor diesen fünf Dingen steht es davor.

nicht steht vorBeispielWas wird verneint?
Adjektiv / ZustandswortIch bin nicht müde.der Zustand
Infinitiv am EndeIch kann heute nicht kommen.die Möglichkeit
Partizip II (Perfekt)Ich habe nicht gearbeitet.die Handlung
abgetrenntes PräfixIch rufe dich nicht an.die Handlung
Orts- / RichtungsangabeIch gehe nicht ins Kino.das Ziel

Das Muster in einem Satz: nicht steht direkt links vom „Schlussteil“ des Satzes. Gibt es keinen, rutscht es ganz ans Ende: Ich komme heute nicht.

Die Zeitangabe steht vor nicht: Ich komme heute nicht. Wenn du es umdrehst (nicht heute), ändert sich die Bedeutung: „heute nicht (aber morgen)“. Das ist also nicht falsch, aber du sagst etwas anderes.

05

Fünf Fallen

Falle 01

Beruf und Nationalität: kein

Ich bin kein Lehrer.

Ich bin nicht Lehrer.

→ Klingt falsch – so sagt man das nicht.

Beruf, Nationalität und Religion stehen ohne Artikel (Ich bin Lehrer). Wird ein Nomen ohne Artikel verneint, steht kein. Die Regel ist nicht neu, es ist Schritt 2 im Ablauf.

Falle 02

kein ≠ nichts

Ich habe nichts gegessen.

→ Pronomen, steht allein

Ich habe kein Brot gegessen.

→ danach steht ein Nomen

nichts heißt „gar nichts“ und steht allein. kein gehört direkt vor ein Nomen. Bei Personen gilt dieselbe Logik: niemand steht allein, kein Mensch mit Nomen.

Falle 03

Auf eine verneinte Frage „Ja“ sagen: doch

— Kommst du nicht? — Doch!

— Kommst du nicht? — Ja.

→ Unklar: Kommt er oder kommt er nicht?

Für eine verneinte Frage, der du widersprichst, gibt es ein eigenes Wort: doch. Mit ja weiß niemand, ob du kommst oder nicht.

Falle 04

Zwei Verneinungen passen nicht zusammen

Ich habe nie Zeit.

Ich habe nie keine Zeit.

→ Falsch – eine Verneinung reicht.

Im Deutschen wird die Verneinung nur einmal markiert. nie · nichts · niemand · nirgendwo sind schon negativ, daneben steht kein kein/nicht mehr.

Falle 05

Betonte Verneinung: nicht rückt nach vorn

Ich fahre nicht heute, sondern morgen.

Verneinst du nicht den ganzen Satz, sondern nur ein Element, rückt nicht vor dieses Element, und danach folgt meistens sondern. Das ist kein Regelbruch, sondern bewusste Betonung.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Ich habe ___ Zeit.

    Antwort zeigen

    keine. Zeit ist ein feminines Nomen ohne Artikel, deshalb steht keine.

  • Das ist ___ mein Buch.

    Antwort zeigen

    nicht. Vor dem Nomen steht ein Possessivartikel (mein) – es geht um etwas Bestimmtes, also nicht.

  • — Hast du keine Zeit? — ___ , ich habe Zeit!

    Antwort zeigen

    Doch. Widersprichst du einer verneinten Frage, sagst du nicht ja, sondern doch – das Wort, das Lernende am häufigsten vergessen.

06

Was du diese Woche machst

Die Fehler kommen hier nicht davon, dass du die Regel nicht kennst, sondern davon, dass die Entscheidung zu lange dauert. Kürzer wird sie, wenn du denselben Satz in zwei Formen bildest.

  • Ich habe kein … – drei Dinge, die du nicht hast
  • Das ist nicht … – drei Dinge, die nicht stimmen
  • Ich bin kein … – etwas, das du nicht bist (Beruf/Typ)

Wenn du im Satz zögerst, frag dich: Fehlt ein Nomen ganz oder ist etwas nicht so? Fehlt es → kein. Ist es nicht so → nicht. Diese Kontrolle mit zwei Wörtern geht schneller als die ganze Tabelle.

07Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. kein verneint Nomen, nicht den Rest

    Nomen ohne Artikel oder mit ein → kein. Verb, Adjektiv, bestimmtes Nomen → nicht.

    kein Auto · nicht mein Buch

  2. nicht rückt Richtung Satzende

    Wenn du das Verb verneinst: Ich komme heute nicht. Wenn du ein bestimmtes Element verneinst, steht es davor: nicht mein Buch.

    Ich kann heute nicht kommen.

  3. Auf eine verneinte Frage: Doch!

    Hast du keine Zeit? — Doch! (doch, habe ich). Ja bleibt hier unklar.

    Doch, ich habe Zeit!

  4. Keine doppelte Verneinung

    nichts · niemand · nie sind schon negativ; nicht kommt nicht dazu. „Nicht mehr“ = nicht mehr.

    Ich sehe niemanden.

  • Ich trinke nicht Kaffee.

    Ich trinke keinen Kaffee.

    Ein Nomen ohne Artikel braucht kein.

  • Das ist kein mein Buch.

    Das ist nicht mein Buch.

    Ein Nomen mit Possessivartikel bekommt nicht.

  • Ich sehe nicht niemanden.

    Ich sehe niemanden.

    Eine doppelte Verneinung gibt es nicht.

  • Hast du keine Zeit? — Ja! (wenn du sagen willst: Ich HABE Zeit)

    — Doch!

    Einer verneinten Frage widersprichst du mit doch.

0706:00

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Ich trinke Kaffee.

keinen. Ein Nomen ohne Artikel wird verneint → kein. der Kaffee ist maskulin und steht als Objekt, also im Akkusativ: keinen.

Das ist mein Buch.

nicht. Vor dem Nomen steht ein Possessivartikel (mein) – es geht um etwas Bestimmtes, also nicht.

Ich bin Lehrer.

kein. Ein Beruf steht ohne Artikel (Ich bin Lehrer), und ein Nomen ohne Artikel verneint man mit kein.

— Hast du keine Zeit? — , ich habe Zeit!

Doch. Widersprichst du einer verneinten Frage, sagst du nicht ja, sondern doch – das Wort, das Lernende am häufigsten vergessen.

Welcher Satz ist richtig?

Ich kann heute nicht kommen. nicht steht direkt vor dem Infinitiv am Ende; die Zeitangabe steht davor.

Wohin gehört nicht im Satz? – Verneine den Satz: „Ich komme heute.“

Verneint nicht das Verb, rückt es Richtung Satzende: Ich komme heute nicht.
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