Krankenversicherung
die Krankenkasse
Die Krankenkasse ist die Versicherung, die die Kosten für ärztliche Behandlung übernimmt; die meisten Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Dauert die Krankheit länger als drei Kalendertage, brauchst du eine AU-Bescheinigung – manche Arbeitgeber verlangen sie schon ab dem ersten Tag. Und das Verfahren hängt davon ab, bei welcher Krankenkasse du bist.
Jetzt: zwei Systeme, eine Wahl
Diese Seite erklärt die Zeile Krankenversicherung auf deiner Gehaltsabrechnung. Was du beim Arzt sagst, steht auf einer eigenen Seite.
KurzregelFast alle Arbeitnehmer sind im gesetzlichen System (gesetzlich). Du wählst die Kasse selbst, und die Grundleistungen aller Kassen sind gesetzlich gleich – Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen und bei einem kleinen Teil des Beitrags.
| System | Auf Deutsch | Wer |
|---|---|---|
| Gesetzlich | gesetzliche Krankenversicherung (GKV) | die meisten Arbeitnehmer – der Normalfall |
| Privat | private Krankenversicherung (PKV) | Gutverdiener, Beamte, Selbstständige |
gesetzlich heißt hier „vom Staat geregelt“, nicht „rechtlich“. In der gesetzlichen Versicherung können Familienmitglieder kostenlos mitversichert sein (die Familienversicherung) – in der privaten zahlt jede Person einzeln. Für Familien, die neu nach Deutschland kommen, ist das der größte Unterschied.
Deine Karte und deine Kasse
Wenn du dich anmeldest, kommt eine Karte mit der Post: die elektronische Gesundheitskarte, kurz eGK. Im Alltag sagt jeder die Versichertenkarte. Sie ist das Erste, was du bei jedem Arztbesuch zeigen musst.
| Begriff | Bedeutung | Wo du ihm begegnest |
|---|---|---|
| die Krankenkasse | die Versicherung, die Behandlungen bezahlt | Absender der Briefe |
| die Versichertenkarte | die Karte, die zeigt: Du bist versichert | Anmeldung beim Arzt |
| die Versichertennummer | deine persönliche Nummer bei der Kasse | auf jedem Formular |
| der Beitrag | das Geld, das du monatlich zahlst | auf der Abrechnung und im Brief |
| die Zuzahlung | ein kleiner Eigenanteil | in der Apotheke |
| die Befreiung | du musst nichts mehr zuzahlen | wenn die Belastungsgrenze erreicht ist |
| die Familienversicherung | Partner und Kinder sind mitversichert | für Ehepartner und Kinder |
Die Kasse zu wechseln ist möglich und kostenlos: Ich möchte die Krankenkasse wechseln. Die neue Kasse erledigt den Schriftverkehr mit der alten meistens für dich.
Du bist krank: Wer erwartet welches Papier?
In Deutschland krank zu sein heißt: zwei Schritte – den Arbeitgeber informieren und zum Arzt gehen. Das ist nicht dasselbe, und die Reihenfolge ist wichtig.
| Schritt | Wem | Wann |
|---|---|---|
| 1 · Bescheid sagen | dem Arbeitgeber | am ersten Tag, bevor die Arbeit beginnt – per Telefon oder E-Mail |
| 2 · Bescheinigung holen | beim Arzt | die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) |
| 3 · Bescheinigung läuft automatisch | der Arzt schickt sie an die Kasse, der Arbeitgeber ruft sie dort ab | seit 2023 elektronisch (eAU) – gesetzlich Versicherte bringen kein Papier mehr hin |
Ab welchem Tag eine Bescheinigung nötig ist, hängt von deinem Vertrag ab – manche Betriebe wollen sie schon ab dem ersten Tag. Lies die Stelle mit Krankmeldung oder Arbeitsunfähigkeit einmal genau, verlass dich nicht auf dein Gedächtnis.
Guten Morgen, hier ist Yıldız. Ich bin heute krank und kann nicht zur Arbeit kommen.
Ich gehe heute zum Arzt und sage Ihnen dann, wie lange ich krankgeschrieben bin.
„Ich bin krank“ reicht nicht
Eine Krankmeldung hat in Deutschland zwei Teile: die mündliche Meldung (die Krankmeldung) und das Dokument vom Arzt (die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung; seit 2023 schickt der Arzt es elektronisch an die Kasse). Wer nur den ersten Teil macht, kann als unentschuldigt abwesend gelten.
Ich habe angerufen, das reicht doch?
→ Nein, du brauchst auch das Dokument.
Das Dokument heißt überall kurz AU. Beim Verlassen der Praxis reicht die Frage „Brauche ich eine AU?“ – jeder versteht, was du meinst.
In der Apotheke: Zuzahlung
Rezeptpflichtige Medikamente sind in Deutschland nicht ganz kostenlos: Du zahlst einen kleinen Eigenanteil – die Zuzahlung. Den Rest übernimmt die Versicherung.
| Situation | Satz | Hinweis |
|---|---|---|
| Rezept abgeben | Ich habe ein Rezept. | Du gibst das Rezept an der Theke ab. |
| Nach den Kosten fragen | Muss ich etwas zuzahlen? | Du fragst nach dem Eigenanteil. |
| Befreiung | Ich bin von der Zuzahlung befreit. | Du hast einen Befreiungsausweis. |
| Günstige Alternative | Gibt es ein günstigeres Medikament? | Du fragst nach einem billigeren Mittel. |
Wenn deine Zuzahlungen im Jahr eine bestimmte Grenze überschreiten, kannst du eine Befreiung bekommen (die Befreiung). Dafür musst du die Apothekenbelege aufbewahren und bei der Kasse einen Antrag stellen – niemand erinnert dich daran.
Belege wegwerfen
Die Befreiung kommt nicht von allein. Die Kasse rechnet nicht automatisch aus, wie viel du im Jahr zugezahlt hast – du belegst es selbst. Wer den Apothekenbeleg wegwirft, verliert den Anspruch.
Ich möchte eine Zuzahlungsbefreiung beantragen.
Welche Unterlagen brauchen Sie dafür?
Der Teil, den dir keiner sagt: Wenn ein Brief kommt, läuft eine Frist
Briefe von der Kasse sind freundlich geschrieben, aber oft steckt darin eine Frist. Im Lehrbuch lernst du diese Wörter nicht, dabei ist genau das meistens die einzige wichtige Zeile im Brief.
| Das steht im Brief | Das heißt es | Das musst du tun |
|---|---|---|
| innerhalb von zwei Wochen | Es gibt eine Frist von zwei Wochen. | die Zeit läuft – trag es in den Kalender ein |
| bitte reichen Sie … ein | Man bittet dich, etwas abzugeben. | ein Dokument wird verlangt |
| andernfalls | Wenn nicht, dann … | eine Folge kommt – Vorsicht |
| Rückmeldung | eine Antwort von dir | eine Antwort wird erwartet |
| der Bescheid | die offizielle Entscheidung der Behörde | es kann eine Widerspruchsfrist geben |
Die meisten dieser Formulierungen sind mit dem Passiv und dem Genitiv gebaut – das Rückgrat des Amtsdeutschen. Diese zwei Teile der Grammatik reichen, um den Brief zu verstehen.
Das Zweite, was dir keiner sagt: Einen Brief, den du nicht verstehst, nicht zu beantworten, ist die schlechteste Lösung. Es ist völlig normal, der Kasse zu schreiben und um mehr Zeit oder eine Erklärung zu bitten. Dein Deutsch muss dafür nicht perfekt sein:
Ich habe Ihr Schreiben vom 12.08. erhalten, aber nicht ganz verstanden. Könnten Sie es mir bitte einfacher erklären?
Könnten Sie mir bitte mehr Zeit geben? Ich muss die Unterlagen noch besorgen.
Was du gerade gelernt hast
die ___ (oder Gesundheitskarte)
Antwort zeigen
Versichertenkarte, Krankenversichertenkarte — Das ist die Karte mit Chip, die du zum Arzt mitnehmen musst.
Ich bin in die AOK versichert.
Antwort zeigen
Falsch — Um zu sagen, dass du bei einer Krankenkasse versichert bist, benutzt du bei der: bei der AOK.
Was ist der erste Schritt, wenn du krank bist?
Antwort zeigen
Den Arbeitgeber informieren, bevor die Arbeit beginnt. — Zuerst den Arbeitgeber informieren. Die mündliche Meldung (Krankmeldung) kommt vor Arbeitsbeginn; die ärztliche Bescheinigung (AU) danach. Das sind zwei getrennte Schritte.
Was du diese Woche tust
Dieses Thema setzt sich, wenn du deine eigenen Unterlagen durchgehst. Fünf Minuten:
- Hol deine Versichertenkarte heraus: Wie heißt die Kasse, und wo steht die Versichertennummer?
- Such die Zeile Krankenversicherung auf deiner Gehaltsabrechnung – diese Zahl gehört zu dieser Seite.
- Schreib deinen Krankmeldungs-Satz jetzt auf und leg ihn neben das Telefon: Guten Morgen, hier ist … Ich bin heute krank …
- Leg einen Umschlag für Apothekenbelege an – das ist die einzige Voraussetzung für den Befreiungsantrag.
- Öffne den letzten Brief deiner Kasse und such Datum und Frist. Wenn du ihn nicht verstehst, schreib mit dem Satz von oben zurück.
Das ganze Gespräch in der Praxis findest du auf der Seite Deutsch beim Arzt; die Sätze für die Terminvereinbarung auf der Seite Termin.
Bau den Satz selbst
Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.
-
Wörter antippen
-
Wörter antippen
Vor dem Test wissen
Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.
- Gesetzliche und private Versicherung
gesetzliche Krankenversicherung berechnet den Beitrag nach dem Einkommen und kann die Familie einschließen; private Versicherung berechnet nach dem Risiko. Die meisten Arbeitnehmer sind gesetzlich versichert.
Ich bin bei der AOK versichert.
- Bei Krankheit gilt die Reihenfolge: Bescheid sagen → Arzt → eAU
Zuerst den Arbeitgeber informieren (bevor die Arbeit beginnt), dann zum Arzt. Die AU schickt der Arzt elektronisch an die Kasse (eAU), der Arbeitgeber ruft sie dort ab – du bringst kein Papier hin. Gesetzlich gilt: Dauert die Krankheit länger als drei Kalendertage (das Wochenende zählt mit), brauchst du sie spätestens am nächsten Arbeitstag; der Arbeitgeber kann sie schon ab dem ersten Tag verlangen.
die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU)
- Ohne Karte keine Behandlung
die Versichertenkarte gibst du bei jedem Besuch an der Anmeldung ab. Ohne Karte kann der Besuch privat berechnet werden.
Haben Sie Ihre Versichertenkarte dabei?
- Zuzahlung und Befreiung
Bei Medikamenten und Behandlungen zahlst du einen kleinen Eigenanteil (die Zuzahlung). Übersteigt die Summe einen bestimmten Anteil deines Jahreseinkommens, beantragst du mit den Belegen bei der Kasse die Befreiung.
die Zuzahlungsbefreiung
Ich bin in der AOK versichert.
Ich bin bei der AOK versichert.
Die Zugehörigkeit zu einer Kasse drückst du mit bei + Dativ aus.
Die AU hole ich mir, wenn ich wieder gesund bin.
Die AU hole ich mir rechtzeitig beim Arzt.
Holst du die Bescheinigung zu spät, kann die Abwesenheit als unentschuldigt gelten. Die Frist im Vertrag ist verbindlich. Hinbringen musst du sie nicht: Seit 2023 ruft der Arbeitgeber sie elektronisch bei der Kasse ab (eAU).
Beim Arzt ist eine „Überweisung“ eine Geldüberweisung.
Beim Arzt ist eine „Überweisung“ die Weiterleitung zum Facharzt.
Dasselbe Wort heißt bei der Bank Geldüberweisung; in der Medizin bedeutet es die Weiterleitung zum Facharzt.
Wenn ich krank bin, gehe ich zuerst zum Arzt und rufe den Arbeitgeber später an.
Zuerst wird der Arbeitgeber informiert, dann geht man zum Arzt.
Die Meldepflicht entsteht bevor die Arbeit beginnt; ein Arzttermin schiebt sie nicht auf.
Teste dich
Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.
Was bedeutet gesetzliche Krankenversicherung?
Was ist der erste Schritt, wenn du krank bist?
Wofür steht AU?
Wie heißt der kleine Betrag, den du in der Apotheke zahlst?
Wie bekommst du eine Befreiung von der Zuzahlung?
Im Brief der Kasse steht innerhalb von zwei Wochen. Was bedeutet das?
Übung geschafft – –
Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.
0/6 · Fragen beantwortet
Arbeitsblatt Krankenversicherung
Diese ganze Seite – Tabellen, Stolperfallen, Beispiele – als ein PDF. Herunterladen, ausdrucken und vor der Prüfung noch einmal durchgehen.
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