Genau

Possessivpronomen

die Possessivpronomen

Possessivpronomen zeigen, wem etwas gehört, und passen sich dem Nomen an: mein Bruder, seine Frau.

„Sein Haus“ – aber vielleicht gehört das Haus einer Frau. Das Wort richtet sich nach dem Besitzer, die Endung nach dem Nomen. Beides musst du im Deutschen immer zusammen beachten.

01

Wem gehört es – das Wort verrät es

KurzregelDer Wortstamm richtet sich nach dem Besitzer, die Endung nach dem Ding, das man besitzt: mein Bruder, aber meine Schwester.

Du musst zuerst fragen, wer der Besitzer ist. Ist der Besitzer männlich, sagst du sein. Ist der Besitzer weiblich oder gibt es mehrere Besitzer, sagst du ihr. Danach kommt die Endung.

WerWortBeispiel
ichmeinmein Bruder
dudeindein Buch
er (männlich)seinsein Auto
sie (weiblich)ihrihr Auto
es (sächlich)seinsein Name
WerWortBeispiel
wirunserunser Haus
ihr (Plural, informell)euereuer Lehrer
sie (Plural)ihrihre Kinder
Sie (formell)IhrIhr Ticket

Das formelle Ihr schreibt man auch mitten im Satz groß. Nur so erkennst du den Unterschied zum kleinen „ihr“.

Für den Wortstamm zählt das Geschlecht des Besitzers, nicht das des Dings. Er liebt seine Frau. – Der Besitzer ist männlich (er), also sein. Das -e kommt, weil Frau feminin ist.

02

Deklination – genau wie ein

Gute Nachricht: Du lernst keine neue Deklination. mein · dein · sein · ihr werden alle wie ein dekliniert. Sie bekommen die Endung, die ein bekommt. Hat ein keine Endung, haben sie auch keine.

maskulin · derfeminin · dieneutral · dasPlural · die
Nominativ (Subjekt)mein Vatermeine Muttermein Kindmeine Eltern
Akkusativ (Objekt)meinen Vatermeine Muttermein Kindmeine Eltern
Dativmeinem Vatermeiner Muttermeinem Kindmeinen Elternn

Lerne nicht die ganze Tabelle, sondern eine Zeile: Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum → meinen. Feminin, Neutrum und Plural bleiben wie im Nominativ. Hier passieren auf A1 die meisten Fehler.

  • Bei unser und euer fällt das innere e weg, wenn eine Endung kommt: euer → eure Mutter · euren Vater.
  • Im Dativ Plural bekommt das Possessivpronomen -en und das Nomen -n: mit meinen Kindern.
  • Mit einem Possessivpronomen steht kein Artikel: mein Vater ist richtig, der mein Vater ist falsch.
03

sein · ihr – drei Fragen gegen die Verwirrung

Frage dich beim Satzbau der Reihe nach: 1) Wer ist der Besitzer? 2) Ist er männlich oder weiblich? 3) Welches Geschlecht und welchen Kasus hat das Ding, das man besitzt? Die ersten zwei Fragen wählen das Wort, die dritte die Endung.

SatzBesitzerWortWoher die Endung kommt
Er sucht seine Tasche.er (männlich)seindie Tasche → Akk. feminin → -e
Sie sucht ihren Mantel.sie (weiblich)ihrder Mantel → Akk. maskulin → -en
Sie besuchen ihre Eltern.sie (Plural)ihrPlural → -e
Wir helfen unserem Nachbarn.wirunserhelfen verlangt den Dativ → maskulin Dat. -em

Das ist Ali. Seine Schwester wohnt in Izmir.

→ Besitzer Ali (männlich) → sein; Schwester ist feminin → -e

Das ist Ayşe. Seine Schwester wohnt in Izmir.

→ Falsch: Der Besitzer ist eine Frau, es muss ihre heißen.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Sie sucht ___ Mantel. (Besitzerin: sie · der Mantel)

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    ihren. Die Besitzerin ist weiblich, deshalb ihr; der Mantel ist maskulin im Akkusativ, deshalb -en.

  • Der Satz „Das ist Ali. Ihre Frau heißt Ayşe.“ ist richtig.

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    Falsch. Der Besitzer ist männlich (Ali), deshalb muss es seine heißen. Die Endung kommt vom femininen Nomen: seine Frau.

  • Ich sehe ___ Mutter.

    Antwort zeigen

    meine. Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum; das Femininum bleibt wie im Nominativ.

04

Drei Fallen

Falle 01

Auf das Geschlecht des Dings schauen statt auf den Besitzer

Der häufigste Fehler. Wer seine eigene Frau meint und Er liebt ihre Frau. sagt, sagt etwas anderes: „Er liebt die Frau von jemand anderem.“ Der Besitzer ist er, also richtig: seine Frau. Das Wort bestimmt der Besitzer, die Endung das Nomen.

Falle 02

Im Akkusativ überall -en anhängen

Falsch: Ich sehe meinen Mutter. Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum. Richtig ist meine Mutter – der Akkusativ Feminin ist wie der Nominativ.

Falle 03

Das e, das bei euer wegfällt

euere Mutter · eueren Vater stehen im Wörterbuch, sind aber selten und klingen veraltet. Kommt eine Endung, fällt das innere e fast immer weg: eure Mutter · euren Vater. Bei unser ist das Weglassen freiwillig: unsere ist üblich.

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Der Besitzer bestimmt das Wort, das Nomen die Endung

    Zwei getrennte Fragen: WER ist der Besitzer (mein/dein/sein/ihr…) und welches Geschlecht/welchen Kasus hat das Nomen (Endung). Wer beides vermischt, macht den Fehler sein/ihr.

    seine Frau · ihr Mann

  2. Deklination wie ein

    Possessivpronomen gehören zur ein-Familie: Nominativ Maskulinum/Neutrum ohne Endung (mein Buch), Feminin/Plural -e (meine Mutter), Akkusativ Maskulinum -en (meinen Schlüssel).

    Ich suche meinen Schlüssel.

  3. Das e von euer fällt weg

    Mit Endung wird euer → eure · euren: eure Mutter („euere“ ist selten und veraltet).

    eure Mutter

  4. Formelles Possessivpronomen: Ihr, immer groß

    Ihr Ticket, bitte. – das Possessivpronomen zur höflichen Anrede Sie. Kleines ihr heißt „von ihr“ oder „von ihnen“.

    Ihr Ticket, bitte.

  • Das ist Ali. Ihre Frau heißt Ayşe.

    Seine Frau heißt Ayşe.

    Der Besitzer ist männlich: sein. Die Endung kommt vom femininen Nomen: seine.

  • Sie sucht ihr Mantel.

    Sie sucht ihren Mantel.

    der Mantel ist maskulin und Objekt: -en.

  • euer Mutter

    eure Mutter

    Bei einem femininen Nomen bekommt euer eine Endung und verliert sein inneres e: eure.

  • ihr Ticket, bitte (formelle Anrede, klein geschrieben)

    Ihr Ticket, bitte.

    Das höfliche Possessivpronomen schreibt man immer groß.

0505:50

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Das ist Ali. Frau heißt Ayşe.

Seine. Der Besitzer ist Ali (männlich) → sein; die Frau ist feminin, deshalb -e.

Sie sucht Mantel. (der Mantel)

ihren. Der Besitzer ist weiblich → ihr; das Objekt ist maskulin und im Akkusativ → -en.

Ich sehe Mutter.

meine. Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum; das Femininum bleibt wie im Nominativ.

Wir fahren mit Kindern.

unseren Kindern. mit verlangt den Dativ; im Dativ Plural bekommt das Possessivpronomen -en und das Nomen -n.

Welche Schreibweise ist richtig?

eure Mutter. Bei einem femininen Nomen bekommt euer eine Endung, das innere e fällt weg. euren steht nie bei einem femininen Nomen.

Du sprichst einen Fahrgast formell an („Sie“) und fragst nach dem Ticket. Was sagst du?

Ihr – das formelle Possessivpronomen schreibt man auch mitten im Satz groß; euer ist der informelle Plural.
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