Genau

Adjektivdeklination

die Adjektivdeklination

Die Adjektivdeklination sind die Endungen, die ein Adjektiv vor einem Nomen bekommt: guter, gute, gutes, guten.

Nicht „ein guter Auto“, sondern „ein gutes Auto“ – hier bricht das System zusammen. Die Endung hängt davon ab, ob der Artikel das Signal zeigt, ob es ein ein-Wort ist oder ob es gar keinen Artikel gibt. Das sind drei Fälle, nicht mehr.

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Die Grundidee: Das Signal steht nur einmal

Darauf baut diese Seite auf

Wenn du die Kasus-Tabelle kennst, zeigt dir diese Seite, wie sich diese Tabelle am Adjektiv zeigt. Wenn nicht, geh zuerst dorthin zurück. Diese Seite baut darauf auf.

KurzregelDas Signal für Genus und Kasus steht im Satzteil genau einmal. Trägt der Artikel es, hat das Adjektiv nur -e oder -en. Gibt es keinen Artikel, trägt das Adjektiv das Signal.

Sieh dir zuerst diese drei Beispiele an. Gleiches Adjektiv, gleiches Nomen, drei verschiedene Endungen – und du siehst genau, warum:

  • der gute Wein DER ARTIKEL TRÄGT DAS „R“ → ADJEKTIV ENTSPANNT: -E
  • ein guter Wein „EIN“ IST LEER → ADJEKTIV ÜBERNIMMT DAS „R“
  • guter Wein KEIN ARTIKEL → ADJEKTIV TRÄGT DAS „R“

In allen drei Fällen macht das kleine -r dieselbe Arbeit: Es sagt „Dieses Wort ist maskulin und im Nominativ.“ Nur eines ändert sich: wer es trägt. Das Deutsche zeigt dieses Signal nie zweimal und lässt es nie weg.

In Grammatikbüchern heißen die drei Tabellen „schwache, gemischte und starke Deklination“. Genau diese drei Fälle sind das. Die Namen musst du nicht lernen. Es gibt nur eine Frage: Trägt der Artikel das Signal oder nicht?

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Warum die Endung so funktioniert

Am Anfang wirkt die Adjektivdeklination wie ein Berg aus Endungen. Sie folgt aber einer einfachen Logik: Die Endung schaut nach links. Sie fragt: „Was steht vor mir?“

Steht vor dem Adjektiv ein Artikel, der schon Genus und Kasus zeigt (der · dem · einer), dann muss das Adjektiv nichts mehr zeigen. Es bekommt nur ein kurzes -e oder -en.

Fehlt das Signal, zum Beispiel bei ein im Nominativ oder ganz ohne Artikel, dann übernimmt das Adjektiv diese Arbeit. Das ist der Grund, warum der gute Wein richtig ist, aber ein gute Wein falsch klingt.

03

Fall 1 – mit Artikel: nur zwei Endungen

der · die · das · dieser · jeder · welcher – alle diese Wörter tragen das Signal. Das Adjektiv hat keine Arbeit mehr, und es gibt nur zwei Endungen: -e und -en.

maskulin
der Wein
feminin
die Milch
Neutrum
das Bier
Plural
die Weine
Nominativder gutedie gutedas gutedie guten
Akkusativden gutendie gutedas gutedie guten
Dativdem gutender gutendem gutenden guten

Lies nicht die Tabelle, sieh dir ihre Form an: Oben links stehen fünf -e, alles andere ist -en. Du musst dir fünf Felder merken, nicht zwölf.

Die Regel passt also in einen Satz: Die drei Nominativ-Formen im Singular und Feminin und Neutrum im Akkusativ haben -e; alles andere hat -en. Fünf Felder -e, sieben Felder -en.

  • Der neue Lehrer kommt. NOM · MASKULIN → -E
  • Ich sehe den neuen Lehrer. AKK · MASKULIN → -EN
  • Ich helfe dem neuen Lehrer. DAT → -EN

Beim Sprechen hast du keine Zeit zum Rechnen. Ein praktischer Trick: Wenn du unsicher bist, sag -en. In dieser Tabelle sind sieben von zwölf Feldern -en. Du liegst also auch beim Raten öfter richtig als falsch.

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Fall 2 – mit ein: drei Felder ändern sich, der Rest bleibt gleich

Die Familie ein · kein · mein · dein · sein · ihr · unser. Das Problem: An drei Stellen ist ein leer. Es hat keine Endung und zeigt das Signal nicht. An diesen drei Stellen springt das Adjektiv ein.

maskulinfemininNeutrumPlural
Nominativein guter Weineine gute Milchein gutes Bierkeine guten Weine
Akkusativeinen guten Weineine gute Milchein gutes Bierkeine guten Weine
Dativeinem guten Weineiner guten Milcheinem guten Bierkeinen guten Weinen

Leg diese Tabelle neben die erste: Genau drei Felder sind anders – Nom. maskulin (-er), Nom. Neutrum und Akk. Neutrum (-es). Alles andere ist Buchstabe für Buchstabe gleich.

Warum genau diese drei? Weil ein genau an diesen drei Stellen ohne Endung steht: ein Wein · ein Bier. Vergleiche: eine Milch, einen Wein, einem Bier – hier gibt es eine Endung, deshalb kann das Adjektiv entspannen.

FALLE 01

„ein gute Wein“ – der häufigste Fehler

Wer die erste Tabelle lernt und nicht zur zweiten weitergeht, bleibt genau hier hängen. der gute Wein ist richtig, aber ein gute Wein ist falsch – denn bei ein fehlt das -r, und jemand muss es tragen.

Das ist ein gute Wein.

→ falsch: Das Signal fehlt.

Das ist ein guter Wein.

So prüfst du: Streiche den Artikel und frag dich, was übrig bleiben muss. „… Wein“ ist maskulin im Nominativ → das Signal ist -r. Wenn der Artikel es nicht trägt, trägt es das Adjektiv.

05

Fall 3 – ohne Artikel: Das Adjektiv wird zum Artikel

Der dritte Fall ist der einfachste, wird aber am seltensten erklärt. Gibt es gar keinen Artikel, bekommt das Adjektiv die Endung des Artikels. Das -r von der und das -s von das wandern direkt zum Adjektiv.

Endung des ArtikelsAdjektivBeispiel
Nom. maskulinderguterGuter Wein ist teuer.
Nom. feminindieguteGute Milch ist frisch.
Nom. NeutrumdasgutesGutes Bier braucht Zeit.
Akk. maskulindengutenIch trinke guten Wein.
Dat. maskulindemgutemmit gutem Wein
PluraldieguteGute Weine sind teuer.

Die einzige Ausnahme ist der Genitiv Singular maskulin und neutral: Obwohl der Artikel des heißt, steht beim Adjektiv -en statt -es – ein Glas guten Weines; das -s trägt schon das Nomen. Sonst kopiert das Adjektiv die Endung des Artikels genau (auch im Dativ Plural: den → guten Weinen).

Wo begegnet dir das? Bei Nomen, die man nicht zählen kann, und im Plural – also in der Küche, im Supermarkt, auf der Speisekarte. Ohne Artikel zu sprechen ist die Hälfte des Alltagsdeutschen:

  • Ich trinke kalten Kaffee. AKK · MASKULIN → -EN
  • Wir essen frisches Brot. AKK · NEUTRUM → -ES
  • Sie kauft grüne Äpfel. PLURAL → -E
  • mit heißem Wasser DAT · NEUTRUM → -EM
06

Das sagt dir niemand: Wo das Adjektiv keine Endung bekommt

Alle diese Tabellen gelten nur für ein Adjektiv, das VOR dem Nomen steht. Steht das Adjektiv nach dem Verb, bekommt es nie eine Endung. Viele Lernende machen das erst richtig und dann falsch.

Der Wein ist gut.

→ keine Endung

Das ist ein guter Wein.

→ vor dem Nomen: mit Endung

Der Wein ist guter.

→ falsch: Nach dem Verb gibt es keine Endung.

Dasselbe gilt, wenn das Wort wie ein Adverb steht: Er spricht gut Deutsch. – Hier beschreibt gut das Verb und gehört nicht zu einem Nomen. Deshalb bleibt es ohne Endung.

In der Hälfte deiner Sätze brauchst du diese Tabellen gar nicht. Im Muster „X ist gut · X ist schön · X ist teuer“ steht das Adjektiv immer ohne Endung. Die Tabellen gelten erst, wenn das Adjektiv vor dem Nomen steht.

FALLE 02

Wenn zwei Adjektive nebeneinander stehen

Beschreiben zwei Adjektive dasselbe Nomen, bekommen beide dieselbe Endung. Es gibt keine Endung für das eine und keine für das andere.

ein großer, alter Baum

→ beide -er

mit frischem, kaltem Wasser

→ beide -em

FALLE 03

hoch · teuer · dunkel – beim Schreiben fällt ein Buchstabe weg

Drei Adjektive verlieren beim Deklinieren einen Buchstaben im Stamm. Beim Sprechen machst du das schon so, beim Schreiben wird es schwierig.

AdjektivNach dem VerbMit Endung
hochDer Turm ist hoch.ein hoher Turm – das c fällt weg
teuerDas ist teuer.ein teurer Wein – das e fällt weg
dunkelEs ist dunkel.ein dunkles Zimmer – das e fällt weg
Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Ich wohne in ___ Wohnung. (eine · klein)

    Antwort zeigen

    einer kleinen. in zeigt hier den Ort an → Dativ. Im Dativ ist ein nicht mehr leer (einer), es trägt das Signal, und das Adjektiv entspannt → -en.

  • Der Film war sehr ___ . (interessant)

    Antwort zeigen

    interessant – keine Endung. Das Adjektiv steht nach sein, also nicht vor einem Nomen. Auch mit sehr dazwischen ändert sich nichts.

  • Wenn vor einem Nomen kein Artikel (der, die, das) steht, bekommt das Adjektiv keine Endung.

    Antwort zeigen

    Falsch. Ohne Artikel gilt die starke Deklination: Das Adjektiv übernimmt die Endung, die der Artikel getragen hätte (z. B. kalter Kaffee).

07

Was du diese Woche machst

Dieses Thema sitzt nicht durch Tabellenlernen – 48 Felder kann sich niemand merken. Einen Reflex baust du nur, wenn du dasselbe Nomen in allen drei Fällen sagst.

  • Wähle ein Nomen (der Kaffee) und ein Adjektiv (stark).
  • Sag die drei Fälle hintereinander: der starke Kaffee · ein starker Kaffee · starker Kaffee.
  • Wechsle dann in den Akkusativ: Ich trinke den starken / einen starken / starken Kaffee.
  • Am nächsten Tag wiederholst du es mit einem femininen Nomen (die Milch · frisch), dann mit einem Neutrum (das Brot · warm).
  • Wenn du beim Sprechen hängst, sag -en und red weiter. Nachdenken und Pausen kosten mehr als eine falsche Endung.

Die Steigerung (besser · am besten) erklären wir auf der Seite Steigerung der Adjektive. Das -er dort ist eine Steigerungsendung, das -er hier ist eine Deklinationsendung. Gleiche Buchstaben, ganz andere Aufgabe: ein besserer Wein – beide stehen im selben Wort nebeneinander.

08Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Frag zuerst: Wer trägt das Signal?

    Der Buchstabe für Kasus und Genus steht einmal. Trägt der Artikel ihn, entspannt das Adjektiv. Trägt der Artikel ihn nicht, übernimmt das Adjektiv die Last.

    der gute Wein ↔ ein guter Wein

  2. Nach der gibt es nur zwei Endungen

    Nach dem bestimmten Artikel hat das Adjektiv entweder -e oder -en. Fünf Felder haben -e, die anderen elf haben -en. Dativ und Genitiv haben immer -en.

    der gute · die gute · das gute · den guten

  3. Ohne Artikel übernimmt das Adjektiv die Endung des Artikels

    Gibt es gar keinen Artikel, bekommt das Adjektiv den letzten Buchstaben des Artikels: der → -er · das → -es · die → -e · den → -en.

    kalter Kaffee · frisches Brot · gute Milch

  • ein gute Wein

    ein guter Wein

    ein ist im Nominativ maskulin leer – das Signal ist nicht sichtbar. Deshalb trägt das Adjektiv das -r.

  • Der Wein ist guter.

    Der Wein ist gut.

    Das Adjektiv steht nicht vor dem Nomen, sondern nach dem Verb. Dort bekommt es nie eine Endung – die Tabelle gilt gar nicht.

  • Ich trinke kalter Kaffee.

    Ich trinke kalten Kaffee.

    Es gibt keinen Artikel, also bekommt das Adjektiv die Endung des Artikels – und hier ist der Kasus Akkusativ: den → kalten.

  • ein großer, alte Baum

    ein großer, alter Baum

    Beschreiben zwei Adjektive dasselbe Nomen, bekommen beide dieselbe Endung. Eines bleibt nicht zurück.

0807:30

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Das ist Wein. (gut · maskulin)

ein guter. ein ist im Nominativ maskulin leer, deshalb trägt das Adjektiv das Signal (-r). Verwechsle das nicht mit der gute Wein: Dort trägt der Artikel das Signal.

Ich trinke Kaffee. (kalt · ohne Artikel)

kalten. Kein Artikel → das Adjektiv bekommt die Endung des Artikels. Der Artikel im Akkusativ maskulin ist den, also kalten.

Der Wein ist .

gut – keine Endung. Steht das Adjektiv nach dem Verb, bekommt es nie eine Endung. Die Tabellen gelten nur, wenn das Adjektiv VOR dem Nomen steht.

Ich helfe Mann. (der · alt)

dem alten. Im Dativ trägt der Artikel das Signal, das Adjektiv entspannt → -en. Alle vier Dativ-Zeilen haben -en.

Welcher Satzteil ist richtig?

ein großer, alter Baum. Beschreiben zwei Adjektive dasselbe Nomen, bekommen beide dieselbe Endung. Eines bleibt nicht ohne Endung zurück.

Wir essen Brot. (frisch · ohne Artikel · Neutrum)

frisches. Kein Artikel → das Adjektiv übernimmt das -s von das. Im Neutrum ist der Akkusativ gleich wie der Nominativ.
+16 Thema abschließen: ganzer Test 22 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

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Arbeitsblatt

Arbeitsblatt Adjektivendungen

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