Genau
A1 · Anfänger #MUESSEN

müssen

das Modalverb müssen

müssen ist ein Modalverb und drückt eine Pflicht aus: ich muss · du musst · er muss.

Die größte Falle: Das Hauptverb geht als Infinitiv ans Satzende. Und in der Verneinung wird nicht müssen (keine Pflicht) oft mit nicht dürfen (verboten) verwechselt.

01

Konjugation: ich und er/sie/es sind gleich

Bei Modalverben bekommen ich und er/sie/es keine Endung. Beide Formen sind gleich. Das gilt auch für müssen.

Achte in der Tabelle auf du und ihr: musst (Doppel-s) und müsst (Umlaut + Doppel-s).

PersonForm
ichmuss
dumusst
er / sie / esmuss
wirmüssen
ihrmüsst
sie / Siemüssen

Die Formen ich und er/sie/es bleiben muss – ganz ohne Endung.

02

Wann benutzt man es?

müssen drückt eine Pflicht aus. Sie kommt von einer Regel, einer Autorität oder von der Situation.

SituationSatzBedeutung
Regel bei der ArbeitIch muss pünktlich sein.Pünktlichkeit ist Pflicht.
Anweisung vom ArztDu musst Wasser trinken.Der Arzt verlangt es.
Gesetz / RegelMan muss an der Ampel halten.Das Gesetz verlangt es.
Eigener PlanWir müssen heute einkaufen.Es ist nötig (Situation).

Diese Tabelle zeigt: Regel, Arzt, Gesetz oder Situation – immer ist etwas nötig, und es gibt keine Wahl.

  • Ich muss jetzt gehen. Positive Aussage (Pflicht)
  • Musst du schon weg? Ja-/Nein-Frage
  • Du musst nicht warten. = Du brauchst nicht zu warten. Verneinung: keine Pflicht (nicht müssen)
  • Er muss nicht rauchen. = Er muss es nicht tun. Wenn er nicht will, lässt er es. Verneinung: 3. Person Singular
  • Wir müssen aufstehen. Trennbares Verb (der Infinitiv bleibt am Ende zusammen)
  • Das muss ich dir sagen. Objekt + Infinitiv
03

Satzbau: Modalverb an Position 2, Infinitiv am Ende

Im Aussagesatz steht das konjugierte Modalverb an zweiter Stelle. Das Hauptverb (der Infinitiv) steht ganz am Ende.

In der Frage steht das Modalverb an erster Stelle, das Subjekt an zweiter. Der Infinitiv bleibt am Ende.

In der Verneinung steht nicht meistens direkt vor dem Infinitiv oder in der Satzmitte. Der Infinitiv bleibt am Ende.

SatzartAufbauBeispiel
AussageSubjekt + Modalverb (Pos. 2) + … + Infinitiv (Ende)Ich muss arbeiten.
FrageModalverb (Pos. 1) + Subjekt + … + Infinitiv (Ende)Musst du arbeiten?
VerneinungSubjekt + Modalverb (Pos. 2) + … + nicht + Infinitiv (Ende)Ich muss nicht arbeiten.

Das Hauptverb wird nie konjugiert. Es steht immer als Infinitiv am Satzende.

04

Fallen

FALLE 01

„zu“ benutzen

Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne „zu“. Das ist einer der häufigsten Fehler.

Ich muss zu arbeiten.

→ Nach Modalverben steht nie „zu“.

Ich muss arbeiten.

→ Richtig: Infinitiv am Ende, kein „zu“.

FALLE 02

nicht müssen und nicht dürfen verwechseln

Die beiden klingen ähnlich, bedeuten aber etwas ganz anderes: Bei „nicht müssen“ hast du die Wahl, bei „nicht dürfen“ ist es verboten.

Du musst hier nicht rauchen.

→ Das heißt nur: „Du brauchst hier nicht zu rauchen.“ Ein Verbot ist das nicht.

Du darfst hier nicht rauchen.

→ Richtig für ein Verbot: Rauchen ist hier verboten.

FALLE 03

Ein -t an er/sie/es hängen

Modalverben haben in der 3. Person Singular (er/sie/es) keine Endung. Die Form ist gleich wie bei ich.

Er musst arbeiten.

→ Normale Verben bekommen ein -t (er arbeitet), Modalverben nicht (er muss).

Er muss arbeiten.

→ Richtig: ich muss = er muss (ohne Endung).

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Wir ___ heute arbeiten.

    Antwort zeigen

    müssen, Müssen — müssen. Bei wir, sie und Sie hat das Modalverb müssen dieselbe Form wie der Infinitiv; der Umlaut fällt nur im Singular weg (ich muss).

  • Welcher Satz sagt: keine Pflicht? (Du kannst kommen, musst aber nicht.)

    Antwort zeigen

    Du musst nicht kommen. — Richtig. nicht müssen = keine Pflicht / freie Wahl. nicht dürfen = verboten. Wortstellung: Subjekt + Modalverb + nicht + Infinitiv.

  • Welche Konjugation ist richtig? (3. Person Singular, Pflicht: gehen)

    Antwort zeigen

    Er muss gehen. — Richtig. Bei Modalverben ist die Form er/sie/es gleich wie die Form ich (muss). Es gibt keine Endung.

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. müssen = Pflicht

    Innere oder äußere Pflicht: Ich muss arbeiten · Er muss gehen. Der Infinitiv geht ans Ende.

    Ich muss heute arbeiten.

  2. nicht müssen = keine Pflicht

    Die größte Modalverb-Falle: Du musst nicht kommen heißt „Du brauchst nicht zu kommen“, NICHT „Du darfst nicht kommen“.

    Du musst nicht kommen.

  3. Konjugation: Umlaut im Plural

    ich/er muss · du musst – wir/sie müssen · ihr müsst.

    musst du? · müsst ihr?

  4. Vergangenheit: musste oder Ersatzinfinitiv

    Natürlich ist das Präteritum: Ich musste früh aufstehen. Im Perfekt entsteht ein doppelter Infinitiv: Ich habe arbeiten müssen.

    Ich musste früh aufstehen.

  • Du musst nicht rauchen. (gemeint: Es ist verboten)

    Du darfst nicht rauchen.

    nicht müssen nimmt eine Pflicht weg, es verbietet nichts.

  • Ich habe gestern arbeiten gemusst.

    Ich habe gestern arbeiten müssen.

    Im Perfekt steht bei Modalverben der Infinitiv statt des Partizips (Ersatzinfinitiv).

  • Müsst du heute arbeiten?

    Musst du heute arbeiten?

    du → musst; müsst gehört nur zu ihr.

  • Ich muss heute arbeite.

    Ich muss heute arbeiten.

    Nach dem Modalverb bleibt das Hauptverb im INFINITIV.

0607:30

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Welcher Satz ist richtig? (Pflicht: heute arbeiten)

Richtig. Im Aussagesatz steht das Modalverb (muss) an Position 2, der Infinitiv (arbeiten) am Ende. Kein „zu“.

Welcher Satz sagt: keine Pflicht? (Du kannst kommen, musst aber nicht.)

Richtig. nicht müssen = keine Pflicht / freie Wahl. nicht dürfen = verboten. Wortstellung: Subjekt + Modalverb + nicht + Infinitiv.

Welche Konjugation ist richtig? (3. Person Singular, Pflicht: gehen)

Richtig. Bei Modalverben ist die Form er/sie/es gleich wie die Form ich (muss). Es gibt keine Endung.

Welche Frage ist richtig? (Ihr – heute – kommen – Pflicht)

Richtig. Die Form für ihr ist müsst (Umlaut + Doppel-s). In der Frage steht das Modalverb vorn. Der Infinitiv steht am Ende, ohne „zu“.

Welcher Satz sagt: Rauchen ist hier verboten? (keine Erlaubnis)

Richtig. Für ein Verbot benutzt man nicht dürfen. nicht müssen würde „keine Pflicht“ bedeuten.

Vergangenheit (Präteritum): Es war Pflicht, früh aufzustehen.

Richtig. Beim Sprechen benutzt man für die Vergangenheit meistens musste (Präteritum). aufstehen ist ein trennbares Verb, der Infinitiv bleibt am Ende zusammen.
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