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A1 · Anfänger #WOLLEN

Das Modalverb wollen

das Modalverb wollen

wollen ist ein Modalverb und drückt einen festen Wunsch oder Willen aus: ich will, du willst, er will.

Im Restaurant sagt jemand Ich will einen Kaffee, und der Kellner zieht die Augenbraue hoch. wollen ist das richtige Verb, aber der Ton stimmt nicht. Diese Seite erklärt die Konjugation und den Ton.

01

Konjugation: ich und er sind gleich, beide ohne Endung

KurzregelBei Modalverben sind die Formen von ich und er/sie/es gleich und ohne Endung: ich will · er will.

Bei normalen Verben sind sie verschieden: ich lerne · er lernt. Bei Modalverben gibt es diesen Unterschied nicht, und im Singular ändert sich auch der Stammvokal: wollen → will. Nur sollen macht das nicht (ich soll).

PersonwollenBeispiel
ichwillIch will schlafen.
duwillstWillst du mitkommen?
er / sie / eswillEr will nach Berlin.
wirwollenWir wollen essen.
ihrwolltWollt ihr kommen?
sie / SiewollenSie wollen bezahlen.

Die zwei markierten Zeilen sind gleich: ich will und er will. Viele hängen hier automatisch ein -e oder -t an. Formen wie ich wille und er willt gibt es nicht.

02

Was wollen bedeutet: ein fester Entschluss

wollen heißt nicht nur „etwas möchten“, sondern „Ich habe mich entschieden“. Dahinter stehen eine Absicht, ein Plan, ein Wille. Deshalb ist es ein starkes Verb und klingt in manchen Situationen hart.

  • Ich will Deutsch lernen. Entschluss · Ziel
  • Willst du mitkommen? Einladung
  • Wir wollen im Sommer nach Italien. Plan · das Verb kann fehlen
  • Er will das nicht. ohne Infinitiv
  • Was willst du werden? Frage nach dem Beruf
  • Ich wollte dich anrufen. Vergangenheit · wollte

Wenn die Richtung klar ist, kann das zweite Verb fehlen: Ich will nach Hause – man versteht es, auch wenn „gehen“ nicht gesagt wird. Diese Kurzform gibt es nur bei Modalverben, und im Alltag ist sie sehr häufig.

03

Satzbau: Modalverb an zweiter Stelle, Infinitiv am Ende

KurzregelDas konjugierte Verb steht an zweiter Stelle, das Hauptverb steht als Infinitiv am Satzende. Alles dazwischen bleibt in der Mitte.

SatzartAufbauBeispiel
Aussage1 · will · … · InfinitivIch will morgen früh aufstehen.
Ja-/Nein-FrageWill · Subjekt · … · InfinitivWillst du heute kommen?
Verneinungnicht steht vor dem InfinitivIch will heute nicht arbeiten.
W-FrageW-Wort · will · Subjekt · InfinitivWas willst du essen?

Der Infinitiv wird nicht konjugiert: Ich will aufstehen, nicht Ich will aufstehe. Und vor dem Infinitiv steht kein zu – Modalverben verlangen kein zu.

04

wollen oder möchten – hier liegt das eigentliche Problem

KurzregelWenn du um etwas bittest (Café, Geschäft, Rezeption), nimmst du immer möchten. wollen nimmst du, wenn du deinen Entschluss sagst.

Beide sind richtiges Deutsch. Der Unterschied liegt nicht in der Grammatik, sondern im Ton. wollen sagt: „Das will ich, ich habe mich entschieden“ – wie ein Kind oder ein Chef. möchten sagt: „Ich hätte gern …“. Wer in der Bäckerei wollen benutzt, klingt schnell unhöflich, ohne es zu merken.

Ich will einen Kaffee.

→ klingt kindisch oder hart

Ich möchte einen Kaffee, bitte.

Ich will Ärztin werden.

→ mein fester Entschluss

SituationRichtiges VerbGrund
Bestellung im CafémöchtenDu bittest, du befiehlst nicht
Im GeschäftmöchtenDerselbe Grund
Über dein Ziel sprechenwollenEs drückt Entschluss und Willen aus
Jemandem etwas anbietenMöchten Sie…?Wollen Sie…? klingt weniger höflich

möchten ist eigentlich die höfliche Form von mögen. Dazu gibt es eine eigene Seite hier.

05

Fallen

FALLE 01

ich wille · er willt

Modalverben bekommen keine Personalendung. ich und er haben dieselbe Form.

Er willt nach Hause gehen.

→ keine Endung -t bei Modalverben

Er will nach Hause gehen.

FALLE 02

Den Infinitiv konjugieren oder zu setzen

Das zweite Verb bleibt ein Infinitiv, und nach einem Modalverb steht kein zu.

Ich will zu schlafen.

→ Modalverben stehen ohne zu

Ich will schlafen.

FALLE 03

wollen beim Bestellen benutzen

Man versteht dich, aber du wirkst unhöflich. Wenn du in Deutschland etwas bestellst, ist möchten das Standardverb.

Ich will zahlen.

→ klingt hart

Ich möchte zahlen, bitte.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Was ___ du werden?

    Antwort zeigen

    willst. Das Modalverb wollen ist unregelmäßig. Bei du ändert sich der Stammvokal, und es heißt willst.

  • Der Satz „Ich wille nach Berlin.“ ist richtig.

    Antwort zeigen

    Falsch. Bei Modalverben bekommt die Form von ich keine Endung: Es muss Ich will heißen.

  • Du bestellst im Café einen Kaffee. Welcher Satz passt?

    Antwort zeigen

    Ich möchte einen Kaffee, bitte. — möchte. Bei einer Bestellung ist der Ton wichtig: will klingt wie ein Befehl, und mag bedeutet „gern haben“ – das ist keine Bestellung.

07Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. wollen = dein eigener Entschluss

    Starker, klarer Wunsch: Ich will Ärztin werden. Die Sprache von Plänen und Zielen.

    Er will nach Hause gehen.

  2. Beim Bestellen: möchte

    will klingt am Tisch wie ein Kind, das etwas fordert. Die Sprache des Services ist möchte + bitte.

    Ich möchte einen Kaffee, bitte.

  3. Konjugation: will/willst

    ich/er will · du willst · wir/sie wollen · ihr wollt – ohne Umlaut, genau wie sollen.

    Willst du mitkommen?

  4. Das Satzgerüst bleibt gleich

    Modalverb an zweiter Stelle, Infinitiv am Ende: Was willst du heute machen?

    Ich will heute nicht arbeiten.

  • Ich will einen Kaffee. (zur Bedienung)

    Ich möchte einen Kaffee, bitte.

    Die Grammatik stimmt, der Ton nicht – eine Bestellung verlangt möchte.

  • Du willt mitkommen?

    Willst du mitkommen?

    du → willst. Die Frage beginnt mit dem Verb.

  • Ich will morgen arbeite.

    Ich will morgen arbeiten.

    Nach dem Modalverb steht der Infinitiv.

  • Er will Arzt sein. (gemeint: den Beruf anstreben)

    Er will Arzt werden.

    Den Weg in einen Beruf beschreibst du mit werden. Die Form mit sein bedeutet auf B1 „behaupten“.

0706:10

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

Ziel: nach Hause. Was sagst du über ihn? (Verb: wollen)

Er will. Bei Modalverben ist die Form von er/sie/es gleich wie bei ich und bekommt keine Endung.

Du bestellst im Café einen Kaffee. Welcher Satz passt?

möchte. Bei einer Bestellung ist der Ton wichtig: will klingt wie ein Befehl, und mag bedeutet „gern haben“ – das ist keine Bestellung.

Ich will morgen .

arbeiten. Nach einem Modalverb bleibt das zweite Verb ein Infinitiv, und es steht kein zu.

Du fragst einen Freund, ob er mitkommen will. (Verb: wollen)

Willst du. Die Form für du ist willst. In der Frage steht das Verb am Anfang.

Du willst heute nicht arbeiten. Welcher Satz mit wollen ist richtig?

nicht steht vor dem Infinitiv. Das Verneinungswort steht direkt vor dem Infinitiv am Satzende.

Du hast dich entschieden: Dein Berufsziel ist Ärztin. Welcher Satz passt?

Ich will Ärztin werden. Es geht um ein Ziel und einen Entschluss → wollen ist das richtige Verb. Der Infinitiv wird nicht konjugiert und hat kein zu.
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