Genau

Lücke füllen, Satz fertig: Redemittel

Redemittel

Ein Redemittel ist ein fertiger Satz mit einer Lücke: Setzt du Kaffee, Fahrkarte oder Termin in Ich hätte gern … ein, ist der Satz fertig.

Du sprichst nicht, weil dir meistens nicht Wörter fehlen, sondern weil du den Satz von null bauen willst. Muttersprachler bauen auch nicht von null. Sie nehmen ein fertiges Redemittel und füllen die Lücke. Ein Redemittel, viele Sätze.

01

Das Problem: Du hast Wörter, aber keinen Satz

Darauf baut diese Seite auf

Die meisten Redemittel bauen auf diesen drei Themen auf. Kennst du sie noch nicht, ist das kein Problem: Auf dieser Seite löst du keine Grammatik, du nimmst fertige Sätze.

KurzregelLerne das Redemittel mit seiner Lücke: Ich hätte gern … In die Lücke passt Kaffee, Fahrkarte oder Termin. Nur hätte vergisst du schnell; Ich hätte gern … bleibt im Kopf.

Im Café bist du an der Reihe. Du weißt, was du willst, und du kennst das Wort: Kaffee. Aber der Satz kommt nicht. Im Kopf baust du ihn erst zusammen und rechnest: Wo steht das Verb? Welche Endung brauche ich? Die Kassiererin wartet, und deine Rechnung wird nicht fertig.

Der Grund sind meistens nicht fehlende Wörter, sondern der Versuch, den Satz von null zu bauen. So machen es Muttersprachler nicht. An der Kasse, am Telefon und in der Besprechung sagen sie meistens ein fertiges Redemittel und eine Lücke. Nur das Wort in der Lücke wechselt.

Ich hätte gern einen Kaffee.

→ Das Redemittel bleibt fest, in der Lücke steht Kaffee.

Ich hätte gern eine Fahrkarte nach Köln.

→ Dasselbe Redemittel, in der Lücke steht eine Fahrkarte.

Ich einen Kaffee möchte.

→ Das Verb ist ans Ende gerutscht. Genau hier stolpert man, wenn man den Satz von null baut.

Diese Seite hat 50 Redemittel in fünf Situationen: bitten · fragen · Rettung · Meinung · formell. Lerne nicht alle an einem Tag; im letzten Abschnitt steht ein Lernplan für eine Woche.

02

Ein Baustein, viele Sätze

Du baust auch in deiner Muttersprache nicht jeden Satz neu. Im Café sagst du „Ich hätte gern …“ oder ähnliche feste Formeln und tauschst nur das Wort danach aus. Auf der Post, am Telefon, auf der Straße ist es genauso. Der Rahmen ist fest, die Lücke wechselt.

Redemittel funktionieren genauso. Nur die Lücke steht nicht immer an derselben Stelle: Sie kann am Anfang, in der Mitte oder am Ende stehen. Darum lernst du das Redemittel mit dem Platz seiner Lücke.

SituationRedemittelAusgefülltes Beispiel
etwas bestellenIch hätte gern …Ich hätte gern einen Tee.
fragen, ob es etwas gibtHaben Sie …?Haben Sie Hafermilch?
einen Ort suchenWo ist …?Wo ist die Toilette?
ein Wort erfragenWas bedeutet …?Was bedeutet «Feierabend»?
anrufenIch rufe an wegen …Ich rufe an wegen der Rechnung.
eine Meinung sagenMeiner Meinung nach …Meiner Meinung nach ist das zu teuer.

Achte auf die letzte Zeile: Steht das Redemittel am Satzanfang, kommt das Verb direkt dahinter: … nach ist das … Die Falle dazu steht in der Meinungsgruppe.

Haben Sie das auch in Größe M?

→ Rahmen „Haben Sie …?“, in der Lücke steht eine Größe.

Du lernst also keine neue Fähigkeit. Du hältst den Rahmen bereit und wechselst nur die Lücke, hier mit deutschen Rahmen.

03

Tabelle 1 · bitten: an der Kasse, im Café, an der Theke

Die erste Gruppe dient dazu, um etwas zu bitten. Die ersten zwei Redemittel haben dieselbe Aufgabe: Ich hätte gern … ist am weichsten, Ich möchte … ist neutral und höflich. Im Restaurant ist auch Ich nehme … ganz normal.

RedemittelFunktionAusgefülltes Beispiel
Ich hätte gern …Wunsch (höflich)Ich hätte gern einen Cappuccino.
Ich möchte …WunschIch möchte zwei Brötchen, bitte.
Kann ich bitte …?Bitte um etwasKann ich bitte die Rechnung haben?
Könnten Sie …?höfliche Bitte an eine PersonKönnten Sie mir das bitte einpacken?
Darf ich …?ErlaubnisDarf ich das anprobieren?
Ich brauche …BedarfIch brauche eine Tüte.
Ich suche …SucheIch suche ein Geschenk für meine Mutter.
Haben Sie …?Frage nach dem AngebotHaben Sie das auch in Blau?
Was kostet …?Frage nach dem PreisWas kostet ein Kilo Tomaten?
Ich nehme …Entscheidung beim BestellenIch nehme einen Tee.

Sag nicht Ich will … Es ist richtig, klingt aber unhöflich. An der Kasse, im Büro und beim Arzt sagst du immer Ich hätte gern … oder Ich möchte …

Ich nehme die Suppe und ein Wasser.

→ Bestellung im Restaurant: Ich nehme …

Falle 01

„Ich will …“ – Grammatik richtig, Ton falsch

Ich will einen Kaffee.

→ Der Satz ist richtig, klingt an der Theke aber wie ein Befehl.

Ich hätte gern einen Kaffee, bitte.

→ Dieselbe Bitte, höflicher Ton.

wollen drückt Absicht und Entschluss aus: Ich will Deutsch lernen. Hier gibt es kein Problem. Das Problem entsteht, wenn du jemanden um etwas bittest: Dann klingt will wie „Ich will das, gib es mir“. Der Unterschied ist wie zwischen „Ich will einen Kaffee“ und „Könnte ich einen Kaffee haben?“.

04

Tabelle 2 · fragen: Weg, Uhrzeit, unbekannte Wörter

Die zweite Gruppe dient zum Fragen. Die meisten Redemittel beginnen mit einem Fragewort (wo · wie · wann · was), und das Verb steht direkt dahinter. In die Lücke kommt ein Ort, eine Zeit oder das Wort, das du nicht kennst.

RedemittelFunktionAusgefülltes Beispiel
Wo ist …?OrtWo ist die Toilette?
Wie komme ich zu …?WegWie komme ich zum Bahnhof?
Wann beginnt …?BeginnWann beginnt der Kurs?
Wie lange dauert …?DauerWie lange dauert die Fahrt?
Können Sie helfen?Bitte um HilfeEntschuldigung, können Sie mir helfen?
Wissen Sie, ob …?höfliche indirekte FrageWissen Sie, ob der Bus noch kommt?
Was bedeutet …?BedeutungWas bedeutet «Kündigung»?
Gibt es hier …?Frage nach der UmgebungGibt es hier in der Nähe eine Apotheke?
Ist das …?BestätigungIst das der Zug nach Berlin?
Wo finde ich …?Suche im GeschäftWo finde ich den Zucker?

Wissen Sie, ob … leitet einen Nebensatz ein: Das Verb geht ans Ende. Wissen Sie, ob der Bus noch kommt?

Bei Wie komme ich zu …? verschmilzt zu mit dem Artikel, wenn ein Nomen in der Lücke steht: zu dem → zum, zu der → zur. Bei Namen von Städten oder Ländern steht nach: Wie komme ich nach Köln?

Wie komme ich zur Post?

→ die Post ist feminin: zu der → zur.

Wie komme ich nach Bahnhof?

→ nach passt nur zu Namen von Städten und Ländern. Bei Gebäuden und Orten steht zu: zum Bahnhof.

Falle 02

„Wissen Sie, ob …“ schiebt das Verb ans Ende

Wissen Sie, ob kommt der Bus noch?

→ Die Wortstellung der Frage wurde in den Nebensatz mitgenommen. Nach ob geht das konjugierte Verb ganz ans Ende.

Wissen Sie, ob der Bus noch kommt?

→ richtig: Verb am Ende

Dieselbe Regel gilt bei Können Sie mir sagen, …: Können Sie mir sagen, wo ich das Formular finde? Nach dem Fragewort rutscht das Verb ans Ende. Mehr dazu auf der Seite indirekte Fragen.

Warum dieser Umweg? Wissen Sie, ob … macht die Frage höflicher. Die direkte Frage Kommt der Bus noch? ist nicht falsch, nur direkter. Bei fremden Personen wirkt die erste Form weicher.

05

Tabelle 3 · Rettung: Wenn du nichts verstehst, gib nicht auf

Die dritte Gruppe rettet das Gespräch, wenn es abreißt. Statt still zu werden, sagst du eines dieser zehn Redemittel. Dein Gegenüber weiß dann, was zu tun ist. Das ganze Set mit der Tonleiter findest du auf der Seite Ich habe nicht verstanden.

RedemittelFunktionAusgefülltes Beispiel
Wie bitte?NachfragenWie bitte? Ich habe Sie nicht verstanden.
Noch einmal, bitte.WiederholungDie Nummer noch einmal, bitte.
Etwas langsamer, bitte.TempoEtwas langsamer, bitte. Ich lerne noch Deutsch.
Ich verstehe nicht.Nicht-VerstehenIch verstehe das Wort nicht.
Wie schreibt man das?SchreibweiseWie schreibt man Ihren Namen?
Ich bin nicht sicher.UnsicherheitIch bin nicht sicher, ob das stimmt.
Moment, bitte.Zeit gewinnenMoment, bitte. Ich suche meinen Ausweis.
Ich lerne noch Deutsch.ErklärungIch lerne noch Deutsch. Bitte sprechen Sie langsam.
Sprechen Sie Englisch?Sprache wechselnEntschuldigung, sprechen Sie Englisch?
Meinen Sie …?Verständnis prüfenMeinen Sie den Termin am Montag?

Sag nicht nur Was?, das ist unhöflich. Wenn ein Deutscher etwas nicht versteht, sagt er Wie bitte?, als zweite Wahl Entschuldigung?

Falle 03

Ein einzelnes „Was?“ klingt unhöflich

Was?

→ Unter Freunden geht das. Bei Fremden klingt es hart.

Wie bitte? Ich habe das nicht verstanden.

→ höflich und klar

Rettende Redemittel wirken besser zu zweit: erst die Situation, dann die Bitte. Ich lerne noch Deutsch. Etwas langsamer, bitte. Dein Gegenüber hört den Grund und weiß, was es tun soll.

Meinen Sie den Termin am Montag?

→ Du lässt dir bestätigen, dass du richtig verstanden hast.

06

Tabelle 4 · Meinung: in der Prüfung und in der Diskussion

Die vierte Gruppe dient dazu, eine Meinung zu sagen: in der mündlichen Prüfung, in der Besprechung, im Gespräch unter Freunden. Diese Redemittel stehen am Satzanfang. Genau dort passieren die meisten Fehler, nämlich an der Stelle des Verbs.

RedemittelFunktionAusgefülltes Beispiel
Meiner Meinung nach …Meinung (Hauptsatz)Meiner Meinung nach ist das zu teuer.
Ich finde, dass …Meinung (Nebensatz)Ich finde, dass Deutsch schwer ist.
Ich glaube, …VermutungIch glaube, er kommt heute nicht.
Das stimmt, aber …Zustimmung mit EinwandDas stimmt, aber die Miete ist hoch.
Einerseits …erste SeiteEinerseits ist die Stadt schön, …
Andererseits …zweite Seite… andererseits ist sie sehr teuer.
Ich bin dafür.ZustimmungIch bin dafür, dass wir früher anfangen.
Ich bin dagegen.AblehnungIch bin dagegen, weil es zu teuer ist.
Es kommt darauf an.AbhängigkeitEs kommt darauf an, wie viel Zeit wir haben.
Zusammenfassend …SchlussZusammenfassend kann man sagen, dass beide Seiten recht haben.

Sagst du Ich finde, dass …, geht das Verb ans Ende: Ich finde, dass Deutsch schwer ist. Für die mündliche Prüfung reichen drei Redemittel: meiner Meinung nach · zum Beispiel · zusammenfassend.

Einerseits ist die Stadt schön, andererseits ist sie sehr teuer.

→ zwei Redemittel, zweimal steht das Verb an zweiter Stelle.

Falle 04

„dass“ schiebt das Verb ans Ende

Ich finde, dass Deutsch ist schwer.

→ dass leitet einen Nebensatz ein; das konjugierte Verb muss ganz am Ende stehen.

Ich finde, dass Deutsch schwer ist.

→ richtig: Verb am Ende

Der Abkürzungstrick: Benutze dass einfach nicht. Ich finde, Deutsch ist schwer. ist auch richtig und wird beim Sprechen noch häufiger gesagt. Ich glaube, … funktioniert schon so: Ich glaube, er kommt heute nicht. Die Regel in einer Zeile: Ohne dass bleibt die normale Reihenfolge, mit dass steht das Verb am Ende.

Falle 05

„Meiner Meinung nach“ besetzt Position 1

Meiner Meinung nach das ist zu teuer.

→ Das Redemittel steht auf Position 1, also muss das Verb direkt danach kommen.

Meiner Meinung nach ist das zu teuer.

→ richtig: Verb auf Position 2

In meiner Meinung ist das zu teuer.

→ Diese Verbindung gibt es im Deutschen nicht.

Dieselbe Regel gilt für Einerseits …, Andererseits … und Zusammenfassend …: Steht das Redemittel auf Position 1, steht das Verb auf Position 2. Einerseits ist die Stadt schön, andererseits ist sie sehr teuer. Die ganze Regel steht auf der Seite Satzstellung.

07

Tabelle 5 · formell: am Telefon, per Mail, auf dem Amt

Die fünfte Gruppe gehört zur Sie-Welt: Telefon, E-Mail, Amt. Die Redemittel sind hier länger, denn formelles Deutsch kürzt nicht gern. Die gute Nachricht: Diese Sätze kommen immer in derselben Reihenfolge.

RedemittelFunktionAusgefülltes Beispiel
Hier spricht …sich am Telefon meldenGuten Tag, hier spricht Ayşe Yılmaz.
Ich rufe an wegen …Anlass des AnrufsIch rufe an wegen der Rechnung.
Ich brauche einen Termin.Termin verlangenIch brauche einen Termin für die Anmeldung.
Können Sie mir sagen …?höfliche indirekte FrageKönnen Sie mir sagen, wo ich das Formular finde?
Ich melde mich später.Rückmeldung ankündigenIch melde mich morgen noch einmal.
Vielen Dank im Voraus.Dank vorherVielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
Anbei finden Sie …Anhang in der MailAnbei finden Sie meinen Lebenslauf.
Ich schicke Ihnen …etwas sendenIch schicke Ihnen die Unterlagen per E-Mail.
Ich warte auf …auf etwas wartenIch warte auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen GrüßenSchlussformelMit freundlichen Grüßen – ohne Komma, der Name steht eine Zeile darunter

Diese Gruppe gehört zur Sie-Welt. Die Schlussformel im formellen Brief ist Mit freundlichen Grüßen; an Freunde schreibst du Liebe Grüße (kurz LG).

Ich rufe an wegen … sagt man so beim Sprechen. Im Text und im sorgfältigen Sprechen geht an ganz ans Ende: Ich rufe wegen der Rechnung an. Beide Formen sind richtig. anrufen ist ein trennbares Verb; beim Sprechen lassen Muttersprachler den Teil mit wegen … oft hinter der Vorsilbe stehen.

Guten Tag, hier spricht Ayşe Yılmaz.

→ erster Satz am Telefon: zuerst dein Name.

Falle 06

Anlass des Anrufs: wegen, nicht für

Ich rufe für die Rechnung an.

→ Zwei verschiedene Aufgaben: Thema und Vertretung. Das Deutsche trennt sie.

Ich rufe wegen der Rechnung an.

→ Thema: wegen.

Ich rufe für meine Mutter an.

→ im Namen einer Person: für.

Merke dir den Unterschied: wegen nennt das Thema, für nennt die Person, in deren Namen du sprichst. Es gibt noch einen zweiten einfachen Weg, das Thema zu nennen: Es geht um die Rechnung.

Falle 07

Kein Komma nach der Schlussformel

Mit freundlichen Grüßen,

→ Am Ende der Schlussformel steht im Deutschen kein Komma.

Mit freundlichen Grüßen

→ ohne Komma; der Name steht eine Zeile darunter.

Noch eine Feinheit zum Schluss einer E-Mail: Ich warte auf Ihre Antwort. ist richtig, klingt aber etwas ungeduldig. In formellen Texten ist Ich freue mich auf Ihre Antwort. wärmer.

Die Szene zu dieser Gruppe

In welcher Reihenfolge du diese Redemittel am Telefon sagst und wie sie beim Termin zusammenpassen, steht auf diesen beiden Seiten.

08

Was dir niemand sagt: Ein Redemittel trägt Grammatik, die du noch nicht kennst

Sieh dir die Liste noch einmal an. hätte und könnten sind Konjunktiv II, auf dieser Seite ein B1-Thema. Wissen Sie, ob … und Ich finde, dass … bilden Nebensätze. In Meiner Meinung nach steckt ein Dativ. Auf dem Papier liegt die Hälfte dieser Liste über deinem Niveau.

Trotzdem kannst du alles schon heute benutzen, denn du musst die Grammatik nicht lösen: Das Redemittel bringt die Lösung fertig mit. Wenn du Ich hätte gern … sagst, bildest du keinen Konjunktiv II. Du setzt ein Wort in einen Rahmen, den du auswendig kennst. Lehrbücher erklären erst die Grammatik und geben dann das Redemittel. Das Sprechen will es umgekehrt: erst das Redemittel, dann die Grammatik.

RedemittelGrammatik darinWo auf der Seite
Ich hätte gern …Konjunktiv II (hätte)Konjunktiv II · B1
Könnten Sie …?Konjunktiv II (könnten)Konjunktiv II · B1
Wissen Sie, ob …?Nebensatz, Verb am EndeIndirekte Fragen · B1
Ich finde, dass …Nebensatz, Verb am Endeweil · dass · wenn · A2
Meiner Meinung nach …Dativ + Verb an zweiter StelleSatzstellung · A2
Wie komme ich zum …?zu + Dativ, zum = zu demdie Präposition zu · A1
Ich rufe an wegen …trennbares Verb (anrufen)Trennbare Verben · A1

Lerne diese Tabelle nicht auswendig. Sieh nur: Jedes Redemittel ist das erste Beispiel für ein Grammatikthema. Kommst du zu diesem Thema, sagst du: „Das habe ich schon gesagt.“

Könnten Sie mir das bitte zeigen?

→ Du benutzt Konjunktiv II, ohne Konjunktiv II zu kennen.

Der zweite versteckte Gewinn: Ein Redemittel trägt auch den Ton. Den Unterschied an Höflichkeit zwischen Ich hätte gern und Ich will erklärt dir kein Grammatikbuch, das Redemittel schon. Wer das Redemittel richtig lernt, hat auch den Ton richtig gelernt.

Jetzt üben

Was du gerade gelernt hast

  • Meiner Meinung nach ___ das zu teuer.

    Antwort zeigen

    ist. Das Redemittel steht auf Position 1, das konjugierte Verb kommt direkt dahinter: Meiner Meinung nach ist das zu teuer.

  • In der Bäckerei bist du an der Reihe und möchtest ein Brot. Welcher Satz ist am höflichsten?

    Antwort zeigen

    Ich hätte gern ein Brot. Ich will ist grammatisch richtig, klingt an der Theke aber wie „Ich will das, gib es mir“. Gib mir ist ein klarer Befehl, dazu noch in der du-Form.

  • Du fragst nach dem Weg zum Bahnhof. Welcher Satz ist richtig?

    Antwort zeigen

    Wie komme ich zum Bahnhof? — zu verlangt den Dativ: zu dem Bahnhof → zum Bahnhof. der Bahnhof ist maskulin, deshalb geht zu der nicht. nach steht nur bei Namen von Städten und Ländern: nach Köln.

09

Was du diese Woche machst

Lerne nicht fünfzig Redemittel an einem Abend. Ein Redemittel lernst du nicht wie ein Wort, sondern wie eine Szene: Was du an seinem Ort sagen kannst, bleibt, was nur in einer Liste steht, geht. Jeden Tag eine Gruppe, aus jeder Gruppe zwei Redemittel.

  • 1. Tag · bitten: Ich hätte gern … und Kann ich bitte …? Setze fünf verschiedene Wörter in die Lücke und sprich laut.
  • 2. Tag · fragen: Wo ist …? und Wie komme ich zu …? Frage nach fünf Orten in der Nähe deiner Wohnung.
  • 3. Tag · Rettung: Wie bitte? und Etwas langsamer, bitte. Schreib sie in die Notizen deines Handys und lies sie einmal, bevor du rausgehst.
  • 4. Tag · Meinung: Meiner Meinung nach … und Ich finde, dass … Sag zu drei Themen deine Meinung und achte auf die Stelle des Verbs.
  • 5. Tag · formell: Ich rufe an wegen … und Mit freundlichen Grüßen. Schreibe einen Entwurf für einen echten Anruf oder eine echte E-Mail.
  • 6. und 7. Tag: Probiere die zehn Redemittel gemischt in einer echten Situation aus: an der Kasse, an der Haltestelle, am Telefon.
  • Ich hätte gern … bitten · an jeder Theke
  • Kann ich bitte …? bitten
  • Wie komme ich zu …? fragen · zum / zur
  • Wissen Sie, ob …? fragen · Verb am Ende
  • Wie bitte? Rettung · nicht Was?
  • Etwas langsamer, bitte. Rettung
  • Meiner Meinung nach … Meinung · Verb direkt dahinter
  • Ich finde, dass … → Nebensatz Meinung · Verb am Ende
  • Ich rufe an wegen … formell · am Telefon
  • Mit freundlichen Grüßen formell · ohne Komma

Ich hätte gern einen Termin bei Frau Dr. Weber.

→ Dasselbe Redemittel, in der Szene beim Arzt.

Die Serie geht weiter

Diese Liste ist das erste Glied der Serie. Die nächsten Redemittel gehören jeweils zu einer einzigen Szene: Arztpraxis, Vorstellungsgespräch, Telefon.

Die letzte Regel ist der letzte Satz des Posts: Lerne das Redemittel mit seiner Lücke. Nur hätte vergisst du schnell, Ich hätte gern … bleibt im Kopf.

10Bauen

Bau den Satz selbst

Tipp die Wörter an und bring sie in die richtige Reihenfolge. Das ist der schwierigste Teil im Deutschen – und es gibt keine Auswahl: Du baust den Satz.

  1. Wörter antippen

  2. Wörter antippen

  3. Wörter antippen

Tipps

Vor dem Test wissen

Der Kern des Themas in drei Zeilen, darunter die häufigsten Fehler.

  1. Lerne das Redemittel mit seiner Lücke

    Ein Redemittel steht für viele Sätze. Der Rahmen bleibt fest, in die Lücke setzt du, was du willst.

    Ich hätte gern … → Ich hätte gern einen Termin.

  2. Beim Bitten nicht wollen

    Ich will … ist richtig, klingt bei einer Bitte aber unhöflich. An der Kasse, im Büro und beim Arzt: Ich hätte gern … oder Ich möchte …

    Ich möchte zwei Brötchen, bitte.

  3. dass und ob schieben das Verb ans Ende

    Nach einem Redemittel, das einen Nebensatz einleitet, steht das konjugierte Verb ganz am Ende.

    Wissen Sie, ob der Bus noch kommt?

  4. Redemittel auf Position 1, Verb auf Position 2

    Meiner Meinung nach, Einerseits, Zusammenfassend besetzen Position 1; das Verb kommt direkt dahinter.

    Meiner Meinung nach ist das zu teuer.

  • Ich will einen Kaffee.

    Ich hätte gern einen Kaffee.

    Grammatik richtig, Ton falsch: Bei einer Bitte klingt will unhöflich.

  • Was?

    Wie bitte?

    Ein einzelnes Was? klingt bei Fremden hart.

  • Ich finde, dass Deutsch ist schwer.

    Ich finde, dass Deutsch schwer ist.

    dass schiebt das konjugierte Verb ans Ende.

  • Ich rufe an für die Rechnung.

    Ich rufe an wegen der Rechnung.

    Für ein Thema steht wegen; für bedeutet „im Namen von“.

1008:20

Teste dich

Tipp auf eine Antwort – dann schauen wir gemeinsam, warum sie stimmt.

In der Bäckerei bist du an der Reihe und möchtest ein Brot. Welcher Satz ist am höflichsten?

Ich hätte gern ein Brot. Ich will ist grammatisch richtig, klingt an der Theke aber wie „Ich will das, gib es mir“. Gib mir ist ein klarer Befehl, dazu noch in der du-Form.

Im Restaurant gibst du beim Kellner deine Bestellung auf: Du nimmst die Suppe. Welcher Satz passt?

Beim Bestellen sagst du Ich nehme … kaufen heißt, im Geschäft zu kaufen, essen beschreibt das Essen. Beides ist kein Bestellsatz.

Du fragst nach dem Weg zum Bahnhof. Welcher Satz ist richtig?

zu verlangt den Dativ: zu dem Bahnhof → zum Bahnhof. der Bahnhof ist maskulin, deshalb geht zu der nicht. nach steht nur bei Namen von Städten und Ländern: nach Köln.

Dein Gegenüber hat sehr schnell gesprochen und du hast nichts verstanden. Welche Antwort klingt unhöflich?

Ein einzelnes Was? klingt hart. Sicher ist Wie bitte?; als zweite Wahl Entschuldigung? mit Fragebetonung.

Bilde eine höfliche Frage: Bus · noch · kommen · wissen

Tipp die Teile an und bau den Satz

ob leitet einen Nebensatz ein, das konjugierte Verb kommt geht ganz ans Ende: Wissen Sie, ob der Bus noch kommt?

Ich finde, dass Deutsch ist schwer. – Dieser Satz ist richtig gebaut.

Falsch. dass schiebt das Verb ans Ende: Ich finde, dass Deutsch schwer ist. Du kannst es auch ohne dass sagen: Ich finde, Deutsch ist schwer.
+4 Thema abschließen: ganzer Test 10 Fragen · mit Zeit · wie in der Prüfung · 60 % schließen das Thema ab

Übung geschafft – –

Um das Thema abzuschließen, mach den ganzen Test: Mit 60 % ist es auf deinem Niveau-Weg als erledigt markiert.

0/6 · Fragen beantwortet

Arbeitsblatt

Redemittel – Taschenkarte

Diese ganze Seite – Tabellen, Stolperfallen, Beispiele – als ein PDF. Herunterladen, ausdrucken und vor der Prüfung noch einmal durchgehen.